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Impfreihenfolge:Frühere Termine  für Lehrer?

Von epd /DPA, Berlin

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält eine frühere Corona-Impfung von Grundschullehrern und Erziehern erst im Frühjahr für möglich - wenn genug Impfstoff für sie zur Verfügung stehe. Zunächst müsse die Gruppe mit der höchsten Priorität ein Angebot erhalten, sagte Spahn am Freitag. Jeder zweite Todesfall im Zusammenhang mit Corona betreffe einen über 80-Jährigen. Daher sei diese Gruppe "auf jeden Fall zuerst zu impfen". In ihrem Beschluss von Mittwoch hatten Bund und Länder darum gebeten, eine frühere Impfung von Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern zu prüfen. Sie sollen aus der Priorisierungsgruppe 3 in 2 vorrücken und wären dann gleichzeitig mit über 70-Jährigen und Personen mit schweren Vorerkrankungen oder Behinderungen an der Reihe. Spahn betonte, ein Vorziehen der Impfung würde sich auf Grundschullehrkräfte und Erzieher beschränken, da sie mit Kindern zu tun hätten, bei denen Abstandsregeln schwerer umzusetzen seien. Die Bochumer Ethik-Professorin Sigrid Graumann äußerte sich skeptisch über ein Vorziehen der Lehrer. "Wenn einzelne Gruppen darauf drängen, früher berücksichtigt zu werden, müssen zwangsläufig andere, die aus guten ethischen Gründen höher priorisiert sind, länger auf die Impfung warten. Das ist ungerecht und kann Leben kosten", sagte das Mitglied des Deutschen Ethikrates. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) fordert wiederum, die Bundesländer müssten sich auf einen massiven Einsatz von Schnelltests an Schulen vorbereiten. Mit ersten Sonderzulassungen von Schnelltests für Laien rechnet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Anfang März.

© SZ vom 15.02.2021
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