Holocaust im Unterricht "Man darf seine Meinung nicht aufdrängen"

Bis zu 1000 Schüler besuchen an manchen Tagen das ehemalige Konzentrationslager Dachau. Das überschreite eigentlich die Kapazitäten, meinen die Verantwortlichen, es brauche mehr Personal.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Sollen Schüler eine KZ-Gedenkstätte besuchen? Wie vermittelt man ihnen die Verbrechen? Ein Gespräch mit dem Lehrer und Wissenschaftler Ulrich Baumgärtner.

Interview: Thorsten Schmitz

Süddeutsche Zeitung Familie: Professor Baumgärtner, Sie unterrichten seit Jahrzehnten Deutsch und Geschichte an einem Gymnasium in München und forschen über die schulische Auseinandersetzung mit dem Holocaust. In einer Umfrage von 2017 wussten vier von zehn Schülern ab 14 Jahren nicht, was Auschwitz-Birkenau war. Interessiert die Jugendlichen das Thema überhaupt noch?

Ulrich Baumgärtner: Das Ergebnis hat mich überrascht. Es hängt aber vielleicht auch mit der Fragestellung zusammen. Wäre nur nach Auschwitz gefragt worden, hätte es womöglich andere Werte gegeben. Die Schüler, ...

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