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Hochschulen - Hannover:Land will Digitalisierung der Hochschulen voranbringen

Ausbildung
Björn Thümler (CDU), Wissenschaftsminister Niedersachsen, sitzt im Landtag. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (Foto: dpa)

Hannover (dpa/lni) - Video-Vorlesungen, Podcasts, elektronische Dokumente - das Studium wird in der Corona-Krise digitaler. Das Land Niedersachsen und die Volkswagen Stiftung wollen die Hochschulen des Landes auch im Vergleich mit anderen Bundesländern zu Treibern der Digitalisierung von Studium, Lehre und Forschung machen. Mit einem neuen Acht-Millionen-Euro-Programm zusätzlich zum Landesetat sollten die Anstrengungen der Hochschulen gefördert und ein Strategieprozess begonnen werden, sagten der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) und der Generalsekretär der Stiftung, Georg Schütte, der Deutschen Presse-Agentur.

Inmitten der Corona-Pandemie hatte das Sommersemester 2020 am 20. April digital begonnen - an den Hochschulen herrschte gähnende Leere, der Lehrbetrieb begann im Internet. Thümler betonte, einige Unis hätten im Digital-Campus mehr Studentinnen und Studenten gezählt "als je physisch anwesend waren". Dem Minister zufolge sind in den vergangenen zwei Jahren rund 100 Millionen Euro in die Digitalisierung der Hochschulen geflossen. Schütte sagte, für den "Kickstart" in die Digitalisierung benötigten die Hochschulen Hilfe.

In der ersten Phase des neuen Programms sollten die Hochschulen die Hälfte der Fördersumme erhalten, um digitale Lehrangebote weiter zu entwickeln und Schwächen abzubauen, die sich zum Start des digitalen Sommersemesters gezeigt hätten, sagte Thümler. Das betreffe beispielsweise die Serverstabilität und das Equipment wie etwa Kameratechnik, um aus dem Hörsaal übertragen zu können. Es sei das "erklärte Ziel, die Lehre digital werden zu lassen", sagte der CDU-Politiker. Schütte betonte, das Kuratorium der Stiftung habe die Förderung bewilligt, das Geld müsse noch an die Hochschulen fließen.

In der zweiten Phase ab Anfang 2021 mit weiteren vier Millionen Euro und einer Fachkonferenz in Schloss Herrenhausen solle eine Gesamtstrategie entstehen - Hochschulen sollten in der Dachinitiative "Hochschule.digital Niedersachsen" beraten werden. Es gebe viele ambitionierte Einzelprojekte, diese müssten in die Fläche gebracht werden, erklärte Schütte. Das zweiphasige Programm sei binnen drei Wochen entwickelt worden..

Thümler machte klar, dies werde "nicht das Ende sein können". Die digitale Entwicklung biete Chancen bis hin zum Wohnungsmarkt, denn viele gewöhnten sich an die digitalen Formate, Studenten müssten daher nicht länger im Zentrum einer Hochschulstadt wohnen, um zu lernen. Schütte meinte, es stelle sich die Frage, was noch im Hörsaal oder im Seminarraum vermittelt werden müsse.

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