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Hochschulen - Dresden:TU Dresden erforscht ihre Geschichte in der Nazi-Zeit

Ausbildung
Ursula M. Staudinger, Rektorin der Technischen Universität Dresden. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Dresden (dpa/sn) - Im Vorfeld ihres Gründungsjubiläums 2028 beschäftigt sich die Technische Universität (TU) Dresden näher mit einem besonderen Kapitel ihrer Geschichte. Es gehe um die bisher nicht gründlich betrachtete Nazizeit, sagt Rektorin Ursula Staudinger. Bisherige Aufarbeitungsansätze dieses Teils der Universitätsgeschichte seien "eher rudimentär als durchgängig". Im Laufe des Jahres soll unter Einbeziehung auch internationaler Experten eine Historikerkommission gebildet werden. Zudem sind die Einrichtung eines Graduiertenkollegs und die Vergabe von Promotionsarbeiten geplant.

"Das Forschungsprojekt bezieht sich hauptsächlich auf den Zeitraum 1933 bis 1945, aber wir wollen beginnend in der Weimarer Republik um 1920 das Ganze bis etwa 1970 betrachten", sagt die Prorektorin für Universitätskultur, Roswitha Böhm. Damals hätten die letzten Akteure, die in die Problematik Verstrickung im Nationalsozialismus involviert waren, die Uni verlassen. Bisher fehlt eine belastbare Gesamtsicht auf diese Zeit, um den Beitrag der Technischen Hochschule Dresden für das NS-System zu bewerten.

Laut Böhm geht es aber nicht um eine Nabelschau. "Dieses Thema darf auf keinen Fall nur intern betrachtet werden, wir brauchen die Außensicht und Rückkoppelung an den internationalen wissenschaftlichen Diskurs." Mit dem Projekt wolle die TU als gesellschaftliche Akteurin auch dem zunehmenden Geschichtsrevisionismus in Teilen des politischen Diskurses entgegentreten. "Und es geht um die ganzheitliche geschichtssensible Bildung unserer Studierenden", sagt Böhm. Der Prozess der Aufarbeitung sei ein Statement für die freiheitlich demokratische Ordnung - und ein Beitrag im gesellschaftlichen Diskurs.

© dpa-infocom, dpa:210223-99-551959/2

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