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Gymnasium in Bayern:Auch Unis müssen sich hinterfragen

Am allerbilligsten sind schon die Referendare selbst. Die befinden sich im zweiten und dritten Halbjahr ihrer Ausbildung im Schul-Einsatz, wo sie maximal 17 Wochenstunden vorbereiten, unterrichten und jede Stunde dokumentieren sollen, dazu jeden Test nachkorrigieren lassen müssen. Auch Betreuungslehrer, die mit Rat und Tat zur Seite stehen sollen, geraten unter Druck. Aber, und hier kommt wieder die Politik ins Spiel, es ist billig.

Die Folge: Das System frisst seine eigenen Junglehrer. Durch ihren Einsatz während der Ausbildung verhindern sie selbst, dass neue Planstellen für fertige Lehrer geschaffen werden.

Ausbildung nach Kapazität, nicht nach Bedarf

Diese unbefriedigende Situation ist nicht nur der Politik anzulasten, sie hängt auch mit der universitären Ausbildung der Lehrer zusammen. Es gibt nach wie vor keinerlei Zugangsbeschränkungen für ein Lehramtsstudium - was in Teilen richtig ist, die Abiturnote kann kaum etwas über ein potenzielles Lehrtalent aussagen. Die Unis bilden so viele Lehrer aus, wie in ihren Hörsälen Platz finden, den tatsächlichen Bedarf behält niemand im Blick. Natürlich werden gerade Sprachenlehrer gewarnt, dass es mit einem Job schwer werden dürfte, aber diese Warnungen verhallen noch immer bei viel zu vielen ungehört.

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Es braucht darum Auswahlgespräche vor der Aufnahme eines Lehramtsstudiums, mehr Praxisanteile in der Frühphase des Studiums. So ließen sich Abiturienten, die nur mangels Alternative Lehrer werden wollen, schnell aussortieren - und solche, denen es an der Begeisterung für den Beruf fehlt, würden selbst darauf kommen, sich ein anderes Berufsfeld zu suchen. Die Lehrerausbildung ist gerade in einer Professionalisierungsphase. Da muss es auch Aufgabe der Hochschulen sein, den Lehramtsstudenten - besonders für das Gymnasium - frühzeitig zu vermitteln, dass in den meisten Fächerkombinationen nur die Besten und Motiviertesten eine Chance haben, später in ihrem Beruf zu arbeiten.

Noch ein Wort zu Pascal Grün: Für seine Fächerkombination Spanisch/Französisch lag die Einstellungsnote im Schuljahr 2014/15 bei 1,34. Für das aktuelle Jahr liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, vieles deutet aber daraufhin, dass eine Zensur um die 1,0 notwendig war, um eine Planstelle zu bekommen. Alles Gute, lieber Herr Grün!