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Bildung:Ab 2025 soll jeder Grundschüler einen Ganztagsplatz bekommen können

Ganztageschule

Essen in der Mensa und danach wieder Unterricht - das soll künftig an den Grundschulen selbstverständlicher sein.

(Foto: Franziska Kraufmann/dpa)

Das Bundeskabinett hat daher beschlossen, zwei Milliarden in den Ausbau der Betreuungsplätze zu investieren. Expertinnen glauben, dass das nicht reicht.

Ab 2025 soll jedes Grundschulkind einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung haben. Das Bundeskabinett hat dafür an diesem Mittwoch in einem ersten Schritt die Einrichtung eines Sondervermögens in Höhe von zwei Milliarden Euro beschlossen.

Das Geld ist für Investitionen in Räumlichkeiten und Gebäude an den rund 15 000 Grundschulen in Deutschland gedacht. Damit soll sichergestellt werden, dass ab 2025, wie geplant, der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung umgesetzt werden kann. Union und SPD hatten die Einführung eines solchen Rechtsanspruchs in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart.

Giffey: Eine Million zusätzliche Ganztagsplätze nötig

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) schätzt, dass bis zu einer Million zusätzliche Ganztagsplätze an den Schulen geschaffen werden müssen. Nach der Einrichtung des Sondervermögens müssen weitere gesetzliche Regelungen auf den Weg gebracht werden, die den eigentlichen Rechtsanspruch festschreiben. Wann das passiert, ist noch unklar.

Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehe es um Chancengerechtigkeit, sagte Familienministerin Franziska Giffey in einem Interview mit der Welt. "Denn bei Kindern, die nach Schulschluss unbeaufsichtigt vor dem Fernseher sitzen oder am Handy zocken, verschenken wir ihr Potenzial." Die SPD-Politikerin schätzt, dass für 75 Prozent der Grundschulkinder ein Bedarf für einen Ganztagsplatz besteht und damit bis zu einer Million zusätzliche Plätze an den Schulen geschaffen werden müssten. Vor allem im Westen gebe es Nachholbedarf. "Während traditionell im Osten über 90 Prozent der Kinder die Möglichkeit für einen Ganztagsschulplatz haben, sind es im Westen teilweise gerade mal 30 Prozent", sagte Giffey.

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßt das Vorhaben, warnt allerdings davor, dass der Rechtsanspruch ab 2025 am fehlenden Personal zu scheitern drohe. Die Bundesländer müssten "sofort ihre Ausbildungskapazitäten für Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrkräfte massiv ausweiten", sagte die stellvertretende DGB-Chefin Elke Hannack. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung sei ein gesellschafts- und bildungspolitischer Meilenstein. "Kinder und Eltern haben aber auch einen Anspruch auf einen qualitativ hochwertigen Betreuungsplatz. Deshalb ist es wichtig, dass dieser Rechtsanspruch von gut ausgebildeten Fachkräften gewährleistet wird."

Nach Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) sind bis zum Start des Rechtsanspruchs zudem deutlich höhere Investitionen als die geplanten zwei Milliarden Euro nötig. Um den erwarteten Bedarf an Plätzen ab 2025 tatsächlich decken zu können, rechnet das Institut mit Investitionskosten von gut fünf Milliarden Euro. Begründung: Neue Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes, die von einer deutlich höheren Kinderzahl in den kommenden Jahren ausgingen, als bisher angenommen. Die laufenden Betriebskosten für die Ganztagsbetreuung ab 2025 beziffert das DJI auf rund 3,2 Milliarden Euro im Jahr.

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