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Fragenbogen "Alte Schule":Axel Prahl

Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester

Axel Prahl, 59, war Straßenmusiker, bevor er auf dem zweiten Bildungsweg sein Fachabi machte und Jahre später ein Schauspielstudium absolvierte. Musiker ist er noch, aber den meisten als Münsteraner "Tatort"-Kommissar Frank Thiel bekannt, der im liebevollen Dauerclinch mit Professor Boerne alias Jan Josef Liefers liegt. Am 27. September ist Prahl im Ersten neben Dagmar Manzel in der TV-Komödie "Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester" zu sehen.

(Foto: ARD Degeto/Frédéric Batier)

Pausenqualmer, Spontankomiker und bei Bedarf auch Siebhirn: Der in Holstein aufgewachsene Schauspieler beantwortet elf Fragen zur Schule - und findet, Lehrer müssen Entertainer sein.

Erste Reihe oder letzte Bank?

In der letzten Bank sind die Spaßvögel, stimmt's? Dann anfangs wohl eher da. Aber irgendwann ging auch mir ein Licht auf, und ich begriff, dass Erfolg nicht ohne Anstrengung kommt.

Influencer oder Follower?

So schwarz und weiß ist die Welt glücklicherweise nicht. Ich denke, man ist ohnehin immer irgendwie beides.

Mein Hobby in der Pause?

Rauchen.

Meine größte Stunde?

Bei einer Schultheatervorstellung in der siebten Klasse spielte ich mal einen Bauern, der sagen musste: "Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist." Bei den Proben hatte nie jemand darüber gelacht, bei der abendlichen Aufführung grölte und lachte dann aber der ganze Saal. Das hat mich nachhaltig beeindruckt!

Das würde ich gern vergessen:

Das ich damals diesen Dings, äh, meinen, äh ... Mist, fällt mir nicht mehr ein.

Ein Denkmal gebührt ...

Jeder Vollidiot weiß, dass das die Liebe versaut :)

Lernen ist ...

... lebensnotwendig und endet erst mit dem letzten Atemzug.

Noten sind ...

... hilfreich. Wenn nicht, um sich selbst einzuordnen, dann doch, um die Lehrer einzuordnen. Woran sollte man sich sonst orientieren, an willkürlichen Adjektiven?

Schule müsste ...

... Schüler da abholen, wo sie momentan sind. Lehrer/-innen sollten sich um die Sprache, Interessen und Sorgen der Schüler bemühen, um sie besser zu verstehen und sie dementsprechend zu motivieren und auszubilden. Ein guter Lehrer ist meistens auch ein guter Entertainer, und der stellt sich immer die Frage, wie er das Publikum für sich gewinnen kann.

Entschuldigen muss ich mich bei ...

... meinem Dings, dem äh, na, Sie wissen schon. Hab leider den Namen vergessen.

Entschuldigen muss sich bei mir ...

... niemand aus dieser Zeit. Denn erstens bin ich nicht nachtragend und zweitens: Fast jede schlechte Erfahrung von damals ist heute eine gute Anekdote.

Zur Schule hat jeder was zu sagen. War ja jeder da. Deshalb gibt es einmal die Woche "Alte Schule".