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Fragebogen "Alte Schule":Smudo

Rapper Smudo von den Fantastischen Vier

Smudo, 1968 als Michael Bernd Schmidt in Hessen geboren, schrieb schon Computerprogramme (auf einem Commodore 64 mit 64 KB Arbeitsspeicher), bevor er mit 20 Abitur machte. 1989 bildete er mit Thomas D, Michi Beck und And.Y die Hip-Hop-Band „Die Fantastischen Vier“, die bisher zehn Studioalben eingespielt hat. Sein Motto in der Krise: „Mitdenken statt Querdenken“.

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Der Mikrofonprofessor der "Fantastischen Vier" saß als Schüler am liebsten in der ersten Reihe. Dort sieht er sich auch heute noch.

Erste Reihe oder letzte Bank?

Ich habe gerne vorne gesessen. Mache ich auch jetzt gerne. Ich erinnere mich, dass ich bei der Einschulung ganz hinten sitzen sollte und daraufhin in Tränen ausgebrochen bin. Das funktioniert immer.

Influencer oder Follower?

Sowohl als auch. Wie ich höre, sind Entertainer gerne die Klassenclowns gewesen.

Mein Hobby in der Pause?

Ich hatte auf dem Gymnasium über Jahre hinweg eine Zocker-Gruppe. Wir haben Skat, Schwimmen (auch ein Kartenspiel) oder Fuchsen gespielt. Man schmeißt Groschen an die Wand und wer am nächsten dranliegt, gewinnt.

Meine größte Stunde?

Ein Highlight war unser Abistreich. Wir haben im Cowboykostüm die Lehrer "gefangen" genommen und sie mussten auf einer Rodeo-Bullen-Maschine performen. Dabei brach sich ein verhasster Sportlehrer die Nase. Eine Sternstunde.

Das würde ich gern vergessen:

Dass mein bester Freund mit meinem Schwarm auf meiner Party geknutscht hat. Hat mir das Herz gebrochen. Jetzt ist er in meiner Band.

Ein Denkmal gebührt ...

... meinem nerdigen Schulfreund Holger Dieffenbach, der mich in die Heimcomputerei eingeführt hat. Wir beide haben es als Siebtklässler in den Informatikraum geschafft, um dort zwischen Abiturienten zu programmieren. Das war mit ein Grundstein zur Werdung der Fantastischen Vier, die ja als Programmierduo begannen.

Lernen ist ...

... toll, wenn es außerhalb der Schule stattfindet.

Noten sind ...

... überbewertet, aber trotzdem ok.

Schule müsste ...

... mehr Raum lassen für Freizeit. Ich sehe es gerade bei meinen beiden großen Töchtern. Die haben die längste Zeit des Tages damit zu tun. Stressiger als mein Job.

Entschuldigen muss ich mich bei ...

... meinem Physiklehrer Herrn Henle, den ich auf großer Bühne bei einer Schulveranstaltung persifliert habe, zum Teil unter der Gürtellinie. Er hat mir im Vorfeld sogar Requisiten mitgegeben. Ich habe es aus Gefallsucht getan.

Entschuldigen muss sich bei mir ...

... Anna! Warum hast du auf meiner Party mit anderen geknutscht?

Zur Schule hat jeder was zu sagen. War ja jeder da. Deshalb gibt es einmal die Woche "Alte Schule".

© SZ vom 18.01.2021 / SZ
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