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Fragebogen "Alte Schule":Sibel Kekilli

Sibel Kekilli

Sibel Kekilli, geboren 1980 in Heilbronn, besuchte die Realschule und machte anschließend eine Ausbildung in der Kommunalverwaltung. 2002 wurde sie bei einem Casting in Köln entdeckt und feierte in Fatih Akins "Gegen die Wand" (2004) ihren Durchbruch als Schauspielerin. Die bekanntesten ihrer zahlreichen Rollen in Kino und Fernsehen sind die der Kommissarin Sarah Brandt im Kieler "Tatort" (2010 bis 2017) und der Kurtisane Shae in der HBO-Erfolgsserie "Game of Thrones". Demnächst ist sie in dem ARD-Drama "Meeresleuchten" mit Ulrich Tukur zu sehen.

(Foto: Andreas Dauerer)

In der Realschule inspirierte sie als Vortänzerin, in der Grundschule schenkte sie der Ethiklehrerin einen Platz in ihrem Herzen.

Erste Reihe oder letzte Bank?

Eher vorne.

Influencer oder Follower?

Keins von beiden.

Mein Hobby in der Pause?

Rumstehen. Manchmal auch mit Lehrern plaudern, was mich nicht zwingend beliebter gemacht hat.

Meine größte Stunde?

Die schlug in der 4. Klasse. Um Ideen für unsere Abschlussfeier zu finden, sollten wir etwas vortanzen. Nachdem ich die ersten Sekunden von Scham überwunden hatte, habe ich vorgetanzt und diese Choreographie bildete tatsächlich den Eröffnungsakt.

Das würde ich gern vergessen:

Als mein erster Liebesbrief vom Freund des Schwarms in der Pause laut vorgelesen wurde.

Ein Denkmal gebührt ...?

Gleich drei Lehrern: Die Ethiklehrerin in der Grundschule. Sie war die Einzige, die sich um mich gesorgt hat, gerade wegen meines türkischen Elternhauses. Leider ging sie später irgendwo nach Afrika, um dort zu lehren. Dann mein ehemaliger Klassenlehrer, der mich in vielem sehr positiv beeinflusst hat. Ein engagiertes Mitglied der Grünen mit einem großen Herzen. Und mein Berufsschullehrer. Er war entspannt, witzig und eloquent. Kein Wunder, dass er Oberbürgermeister von Heilbronn geworden ist.

Lernen ist ... ?

... manchmal anstrengend, trägt aber Früchte. Bildung macht unabhängig und stark. Ich lerne immer noch sehr gerne und viel.

Noten sind ... ?

... subjektiv, mitunter ungerecht und sagen selten etwas aus über die Leistungsfähigkeit des Kindes.

Schule müsste ... ?

... viel ganzheitlicher angegangen werden. Warum wird schon nach der 4. Klasse zum ersten Mal separiert? Warum lässt man die Kinder nicht bis zur 10. Klasse zusammen lernen, zusammen spielen, zusammen sein?

Entschuldigen muss ich mich bei ...

... einigen.

Entschuldigen müssen sich bei mir ...

... einige.

Zur Schule hat jeder was zu sagen. War ja jeder da. Deshalb gibt es jede Woche "Alte Schule".

© SZ vom 13.07.2020

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