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Fragebogen "Alte Schule":Nelson Müller

Sternekoch Nelson Müller für den Fragebogen "Alte Schule".

Nelson Müller, 1979 in Ghana geboren, besuchte eine Realschule im schwäbischen Filderstadt. Nach seiner Kochausbildung arbeitete er in Sterne-Restaurants und bekam im November 2011 vom Guide Michelin selbst einen Stern verliehen. Sein Gourmetrestaurant "Schote" liegt in Essen Rüttenscheid unter einem Dach mit seiner Brasserie "Müllers", die seit 10. Juni eine Dependance im Hotel Burg Schwarzenstein im Rheingau hat. Nebenbei tritt Nelson als Fernsehkoch und mit seiner Band als Soulsänger auf.

(Foto: Mario Andreya)

Der Sterne- und Fernsehkoch (und Soulsänger) zeigt seine weiche Seite: Als reuiger Rapper mit einer Schwäche für Feenwälder.

Erste Reihe oder letzte Bank?

Schulbusprinzip: Hinten sitzen die Coolen.

Influencer oder Follower?

Ganz klar Influencer.

Mein Hobby in der Pause?

Jungen fangen Mädchen oder Mädchen fangen Jungen.

Meine größte Stunde?

Klassenfahrt in den Schwarzwald. In der Gemeinschaft Ausflüge zu machen, hat mir viel gegeben. Und dem Schwarzwald fühle ich mich verbunden, weil wir dort ein Ferienhaus hatten. Feenhafter Spirit.

Das würde ich gern vergessen:

Einen misslungenen Rap-Auftritt. In meiner jugendlichen Wortwahl hatte ich eine Phrase benutzt: Nur ein toter Lehrer ist ein guter Lehrer. Dafür hat mir ein Klassenlehrer zu Recht den Kopf gewaschen.

Ein Denkmal gebührt ...

... meinem Klassenlehrer ab der achten Klasse. Ein Powertyp. Mit 14 hat man ja andere Prioritäten, als Wissen anzuhäufen, aber das hat ihn nicht abgehalten.

Lernen ist ...

... für mich eher eine Bürde gewesen. Ich habe mein Potenzial leider nicht ausgeschöpft. Deutsch und Musik mochte ich allerdings sehr gern.

Noten sind ...

... eine klare Orientierung. Das ganze Leben funktioniert in unserer Gesellschaft so. Deshalb sind sie meiner Meinung nach eine gute Schule.

Schule müsste ...

... noch näher am Alltag sein und an den psychischen Herausforderungen, die wir zu meistern haben. Die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und zu bilden, müsste viel mehr im Vordergrund stehen. Und wenn jeder da abgeholt würde, wo er steht, würde das Lernen auch leichterfallen.

Entschuldigen muss ich mich bei ...

... niemandem hoffentlich. Ich hab mich eigentlich immer entschuldigt, wenn ich Mist gebaut habe. Sogar bei dem Busfahrer, der uns gern mal extra in der Tür einklemmte. Den hab ich Wichser genannt.

Entschuldigen muss sich bei mir ...

... mein Kunstlehrer, der uns das Bild "Neger im Tunnel" malen lassen wollte.

Zur Schule hat jeder was zu sagen. War ja jeder da. Deshalb gibt es einmal die Woche "Alte Schule.

© SZ vom 22.06.2020

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