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Förderprogramm des Bundes:1500 neue Stellen für Juniorprofessoren

  • SPD-Bildungsexperten fordern den Ausbau von Juniorprofessuren, um die vielerorts prekäre Lage der Nachwuchswissenschaftler an deutschen Universitäten zu stärken.
  • Ein Eckpunktepapier sieht 1500 neue Stellen vor, die zur Hälfte mit Frauen besetzt werden sollen.
  • Für das Programm plant der Bund, eine Milliarde Euro zu investieren.

Von Roland Preuß

"Durchbruch bei den Juniorprofessuren"

Die SPD will mit Tausenden zusätzlichen Stellen die Nachwuchswissenschaftler an den Hochschulen aus ihrer oftmals prekären Lage holen. In den kommenden Jahren sollen mindestens 1500 zusätzliche Juniorprofessuren geschaffen werden, zudem fordern die Sozialdemokraten neue, attraktive Dauerstellen unterhalb der gängigen Professur. Dies sieht ein Eckpunktepapier vor, das die Bildungsexperten der SPD-Fraktion Ernst Dieter Rossmann und Simone Raatz am Mittwoch in Berlin vorstellten. "Wir wollen einen Durchbruch bei den Juniorprofessuren. Deshalb fordern wir in den nächsten fünf Jahren eine Verdopplung der Juniorprofessuren", sagte Raatz. Die Hälfte der neuen Stellen solle mit Frauen besetzt werden.

Eine Milliarde Euro für bessere Perspektiven

Vergangene Woche erst hatten sich die Koalitionsfraktionen auf ihrer Klausur in Göttingen darauf verständigt, von 2017 an eine Milliarde Euro einzusetzen, um dem stark gewachsenen Heer von Nachwuchswissenschaftlern bessere Arbeitsbedingungen und eine attraktive Perspektive als Forscher zu bieten. Die SPD formuliert nun mit dem Eckpunktepapier, wie sie diese Milliarde einsetzen will: Juniorprofessoren, Habilitierte und Nachwuchsgruppenleiter - alles Stellen auf dem Weg zur Professur - sollen künftig regelmäßig die Aussicht auf eine feste Stelle, eine sogenannte Tenure-Track-Option, erhalten. Das heißt, wer sich als Wissenschaftler mehrere Jahre bewährt, kann mit einer Stelle auf Lebenszeit rechnen.

Beteiligung der Länder ist laut SPD "unverzichtbar"

Mehr als 80 Prozent der etwa 160 000 Nachwuchswissenschaftler an den Hochschulen arbeiten auf oftmals miserabel bezahlten, befristeten Stellen. Der Förderung dieser Forscher komme eine "Schlüsselrolle für die künftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu", heißt es im SPD-Papier.

Die SPD will die Hochschulen zudem mit zwei Wettbewerben zu fairen Verträgen bewegen: Bis zu 80 Hochschulen sollen für Personalentwicklungskonzepte mit einer Million Euro im Jahr belohnt werden, eine weitere Ausschreibung soll "engagierte Hochschulen" belohnen, die den Anteil der Dauerstellen erhöhen, Zeitverträge an Qualifikationsziele anpassen - zum Beispiel Drei-Jahres-Verträge für Doktorarbeiten - und die Gleichstellung von Frauen umsetzen. Raatz sagte, nun müsse über eine Beteiligung der Länder gesprochen werden, deren Beitrag sei "unverzichtbar".

© SZ.de/dgr
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