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Unterricht:13 Prozent der Schulen waren teilweise geschlossen

Umfrage: Schulleiter am Limit

Zum Ende der vergangenen Woche waren 118 Schulen komplett geschlossen.

(Foto: Jonas Güttler/dpa)

Bundesweite Zahlen zu den Corona-Folgen für Schüler und Lehrer gab es lange nicht. Nun liegen sie wenigstens teilweise vor. In der vergangenen Woche waren etwas mehr als 20 000 Schüler infiziert.

Von Susanne Klein, München

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat am Freitag zum zweiten Mal Zahlen zur Corona-Lagen an Schulen herausgegeben. Demnach waren zum Ende der vergangenen Woche 118 Schulen geschlossen, also ohne jeden Präsenzbetrieb. Das sind zwölf Schulen mehr als in der Vorwoche und entspricht knapp einem halben Prozent aller Schulen in Deutschland. Am häufigsten waren Schulen in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geschlossen. 3702 Schulen, 382 mehr als in der Vorwoche, mussten Teile ihres Präsenzbetriebs einstellen und Klassen auf Distanz unterrichten. Damit waren knapp 13 Prozent aller Schulen von Teilschließungen betroffen.

Allerdings ist das Bild der Gesamtlage weder genau noch vollständig. Die Daten wurden in den Bundesländern unterschiedlich erhoben und nicht zentral erfasst. Lücken machen sich vor allem bei der Zahl der in Quarantäne befindlichen Lehrkräfte bemerkbar. Fünf der 16 Bundesländer haben hierzu keine Angaben gemacht. Die übrigen Länder melden zusammengenommen 11 600 Lehrerinnen und Lehrer, die in Quarantäne sind. Das entspricht in Bezug auf diese elf Länder knapp drei Prozent der Lehrerschaft. Hinzu kommen deutschlandweit 3170 infizierte Lehrkräfte (0,4 Prozent), zu diesem Punkt haben alle Bundesländer Zahlen genannt. Wie viele Lehrende nicht zur Verfügung stehen, weil sie einer Risikogruppe angehören, hat die KMK nicht mitgeteilt.

In der Schülerschaft waren in der vergangenen Woche 20 185 Personen mit dem Covid-19-Virus infiziert (0,2 Prozent). In Quarantäne befanden sich 200 000 Schüler und Schülerinnen (2,0 Prozent). Sie müssen je nach Möglichkeit der Schule und Lehrkräfte digital oder analog auf Distanz beschult werden.

In Berlin kämpfen besonders viele Schulen mit Corona-Folgen

Der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) bewertete es als "positiv, dass die Kultusministerkonferenz endlich unserer Forderung nachgekommen ist, Daten zum Infektionsgeschehen zu erheben und zu veröffentlichen und damit mehr Transparenz zu schaffen", wie der Vorsitzende Udo Beckmann sagte. Zugleich warnte Beckmann davor, anhand der Zahlen die "Ängste der Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte herunterzuspielen".

Momentan gebe es im Bundesschnitt an jeder achten Schule Lerngruppen im Distanzunterricht. Die Werte aus den Bundesländern würden aber eine extreme Bandbreite aufweisen. In Mecklenburg-Vorpommern seien fünf Prozent der Schulen betroffen, in Berlin hingegen 39 Prozent, in Bremen 36, im Saarland 23 und in Nordrhein-Westfalen 20 Prozent.

© SZ/aner
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