Bildung - Erfurt:Schulsport: Lehrer in Oberhof und im Ausland ausgebildet

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Bildung - Erfurt: Andreas Schmidt von der Ersten Oberhofer Skischule übt mit Kindern Techniken für Alpinski. Foto: arifoto UG/dpa/Archivbild
Andreas Schmidt von der Ersten Oberhofer Skischule übt mit Kindern Techniken für Alpinski. Foto: arifoto UG/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Erfurt (dpa/th) - Für Wintersport im Unterricht sind im laufenden Schuljahr 55 Thüringer Lehrer in Italien, Österreich und in Oberhof weitergebildet worden. Das geht aus Zahlen des Thüringer Bildungsministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. 24 Lehrkräfte erhielten eine Fortbildung im Skilanglauf im Thüringer Wintersportort Oberhof, 26 wurden in Sulden (Italien) und in Mandarfen (Österreicht) in Ski alpin geschult, fünf Lehrkräfte wurden in Pitztal (Österreich) im Snowboarden weitergebildet. Die Fortbildungen dienten dem Erwerb der "sportfachlichen Qualifikationen" für die Durchführung von schulischen Skilagern.

In Thüringen entscheidet jede Schule selbst, ob sie Ski- und Rodeltage durchführt, mehrtägige Skilager oder auch Eislaufveranstaltungen. Dabei spielen auch das Alter der Schülerinnen und Schüler und die "an der Schule vorherrschenden Rahmenbedingungen" eine Rolle, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums erläuterte.

An Schulen mit Primarstufe in Süd- und Westthüringen würden vor allem ortsnahe Skikurse im Langlauf und alpin im Thüringer Wald durchgeführt. Einzelne Ski- und Rodeltage werden auch kurzfristig organisiert - je nach Wetter- und Schneesituation.

Die alpinen Skilager finden laut Ministerium vor allem in Regionen des Riesengebirges in Tschechien sowie im deutschen und österreichischen Alpen- und Voralpenraum statt. "Hierbei sind ausdrücklich auch Regionen im Thüringer Wald und im Harz einbezogen."

Nach den Erfahrungen des Thüringer Lehrerverbands (tlv) wird Wintersport im Unterricht vor allem innerhalb des Bundeslandes durchgeführt. In den vergangenen Jahren habe sich dieser Trend verstärkt, statt mit den Klassen in weit entfernte Skiregionen zu fahren. "Die Schulen waren die vergangenen Wochen froh, ein bisschen Schnee zu haben und dann nutzt man auch die Gelegenheit", sagte Tim Reukauf, Sprecher des jungen tlv. Er habe von Schulen gehört, die Ausflüge nach Masserberg zur Skiabfahrt organisiert hätten oder nach Oberhof zum Skilanglauf.

Nach Angaben des Thüringer Bildungsministeriums gehe es beim Wintersport darum, sich sicher auf einem Wintersportgerät auf Schnee und Eis im Gelände zu bewegen. "Daneben sollen die Schülerinnen und Schüler Naturräume im Winter kennenlernen sowie Zusammenhänge zwischen Sport, Freizeit, Ökologie und nachhaltiger Entwicklung begreifen."

Ein Skilager kann für die Eltern der Schülerinnen und Schüler teuer werden - Lifte müssen bezahlt, geeignete Kleidung organisiert werden. Laut Ministerium soll die Teilnahme am Skilager "ganz besonders auch für Schülerinnen und Schüler ermöglicht werden soll, die finanziell weniger gut gestellt sind". Dafür gebe es Fördermöglichkeiten - etwa per Antrag auf Bildung und Teilhabe oder Zuschüsse vom jeweiligen Förderverein. Reukauf wies darauf hin, dass allein schon durch Kosten für An- und Abreise Skilager im Ausland meist kostenintensiver seien. Generell schätzten die Schulen die Kosten aber nicht höher ein als bei einer normalen Klassenfahrt. Bei einem Ausflug nach Weimar entstünden beispielsweise auch Kosten für Eintrittsgelder in Museen oder Theaterkarten - je nach dem, was geplant sei.

© dpa-infocom, dpa:230205-99-479693/2

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