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Bildung - Erfurt:Holter kritisiert Südländer für Ausstieg aus Bildungsrat

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Erfurt (dpa/th) - Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat Bayern und Baden-Württemberg für ihren Ausstieg aus dem geplanten Nationalen Bildungsrat scharf kritisiert. "Dank der Südländer haben wir nun anderthalb verlorene Jahre für unsere Schulen", sagte Holter am Montag. Die Schulen in Deutschland stünden vor großen Herausforderungen. "Auf Lehrermangel, Inklusion, Integration und Digitalisierung brauchen wir als Länder dringend mehr gemeinsame Antworten", betonte Holter. Die Länder müssten mehr und nicht weniger zusammenarbeiten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Sonntag den Ausstieg Bayerns aus dem Bildungsrat erklärt. Kurz darauf folgte Baden-Württemberg. Union und SPD hatten den Aufbau eines Nationalen Bildungsrates im Koalitionsvertrag vereinbart. Er sollte aus Experten und Vertretern von Bund und Ländern bestehen, die Empfehlungen zu Bildungsthemen aussprechen - etwa zur Vergleichbarkeit des Abiturs.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sprach sich stattdessen für einen Länderstaatsvertrag aus. Dies sei ein wirksames Instrument, um gemeinsame Standards für Schulabschlüsse oder für die Lehrerbildung einheitlich zu regeln.

Auch Holter forderte mehr Vergleichbarkeit und eine Harmonisierung aller Bildungsabschlüsse. "Ich erwarte von Bayern und Baden-Württemberg, dass sie ihren bildungspolitischen Länderegoismus schleunigst überwinden und in der Kultusministerkonferenz konstruktiv an gemeinsamen Lösungen wie dem Zentralabitur mitarbeiten", sagte er.

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