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Bildung - Düsseldorf:Streit über NRW-Abitur und bayerischen Hochmut

Düsseldorf/München (dpa/lnw) - Bayerns CSU-Generalsekretär Markus Blume hackt auf dem "NRW-Abi" herum und Nordrhein-Westfalens Schulministern Yvonne Genauer (FDP) giftet zurück: Am Freitag erhielt ein alter Meinungsstreit neue Munition. Ist das Abitur in einigen Bundesländern minder- und in anderen höherwertig?

Die CSU goss in der von FDP-Parteichef Christian Lindner neu angestoßenen Debatte über ein bundesweites Zentralabitur Öl ins Feuer. "Dass Christian Lindner ein Zentral-Abi fordert, ist verständlich, denn er selbst hat ja NRW-Abi", sagte Blume der Deutschen Presse-Agentur in München. "Wir wollen die beste Bildung für unsere Schüler und keinen deutschen Durchschnitt. Wir sind für Leistung und Wettbewerb und gegen sozialistische Gleichmacherei."

Der Bayern-Spott brachte Nordrhein-Westfalens Schulministerin auf die Palme. "Trotz eines bayerischen Abiturs scheint Herr Blume nicht vor Hochmut gefeit zu sein", keilte sie aus Düsseldorf zurück. Gebauer forderte eine Entschuldigung des Generalsekretärs bei den rund 75 000 Schülerinnen und Schülern, die jährlich in NRW ihr Abitur ablegten, und nun von Blume "in dieser Art und Weise diskreditiert" würden.

Die Kultusministerkonferenz müsse weiter für mehr Vergleichbarkeit sorgen, unterstrich Gebauer. Es könne nicht sein, dass das Abitur in einem Bundesland schwerer und in einem anderen leichter zu erreichen sei. CSU-Chef Markus Söder hatte sich bereits kategorisch gegen ein bundesweites Zentralabitur ausgesprochen. Zustimmung gab es dagegen von einigen CDU-Politikern wie Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.