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Bildung - Berlin:Unterricht beginnt für mehrere Klassenstufen: Weiter Kritik

Ausbildung
Stühle stehen in einer Schule im Berliner Stadtteil Friedenau auf den Tischen. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Berlin (dpa) - An diesem Montag beginnt in Berlin für mehrere Klassenstufen wieder der Unterricht in den Schulen. Davor mussten unter anderem Klassenräume umgeräumt, Unterrichtspläne neu gestaltet und Seife, Handtücher und Desinfektionsmittel besorgt werden. Für Kritiker kommt die - schrittweise - Schulöffnung zu schnell. Und es gibt auch Ratschläge.

Der FDP-Abgeordnete Paul Fresdorf sagte an die Adresse von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Sonntag: "Sie hätte die letzten Wochen nutzen müssen, um einen Plan für einen am Regelunterricht nahen Neustart der Schulen aufzustellen. Dies ist nicht geschehen, stattdessen besuchen die Kinder teilweise für weniger als 10 Tage bis zu den Sommerferien die Schule, was eher ein touristisches als ein echtes Bildungsangebot ist." Die FDP-Fraktion habe ein 14-tägiges Rotationsprinzip mit Halbklassen und Desinfektion vor der Schule vorgeschlagen, damit die Kinder zwei Wochen am Stück Unterricht erhalten und danach wieder zwei Wochen zu Hause lernen könnten. Die Bildungspolitik bleibe die größte Baustelle im Land Berlin.

Auch vom Landeselternausschuss und vom Philologenverband gab es bereits teilweise Kritik, aber auch Zustimmung. Nach Überzeugung des Vorsitzenden des Landeselternausschusses, Norman Heise, hat die Entscheidung, die Schulen zu öffnen, viele Eltern aber gefreut. "Mit Sicherheit die, die sagen: "Mein Kind muss mal wieder zur Schule und ich brauche mal wieder Raum zum kurz Durchatmen." Denn diese letzten Wochen waren für viele sehr aufreibend, die Doppelbelastung, Homeoffice und Homeschooling zu machen und den Alltag in der Familie auf die Beine zu stellen."

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dirk Stettner, forderte die Senatorin zudem auf, sich am Montagmorgen vor der Grundschule am Kollwitzplatz aus erster Hand informieren lassen, "welche Probleme ihre sehr schlecht vorbereitete weitere Öffnung den Schulen in der Coronakrise bereitet - von der Klassenraum-Organisation bis hin zur Überwachung der Hygienevorgaben."

In Berlin beginnt an diesem Montag die Schule wieder für die Jahrgangsstufen 1 und 5 der Grundschulen, Integrierten Sekundarschulen, Gemeinschaftsschulen sowie Förderschulen. Dazu kommt die Jahrgangsstufe 7 an den Gymnasien und den anderen Schultypen. Ziel ist es, allen Schülern bis spätestens zum 29. Mai Präsenzunterricht mit reduzierter Stundentafel zu erteilen. Seit 20. April laufen bereits für die Abiturienten die Prüfungen. Die Zehntklässler kehrten eine Woche später an die Schulen zurück.

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