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Bildung - Berlin:Bildungsstudie: Bayerische Neuntklässler besonders gut

Berlin/München (dpa/lby) - Bayerische Schüler und Schulen haben von Bildungsforschern Bestnoten bekommen. In mehreren Bundesländern fielen Neuntklässler in den vergangenen Jahren in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik zurück - aber "in Bayern und Sachsen gelingt es durchgängig besonders gut, die Regel- und Mindeststandards zu sichern." Das ist das Ergebnis einer großangelegten Studie im Auftrag der Kultusministerkonferenz, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde.

Die bayerischen Schüler belegen in allen Kategorien einen der ersten drei Plätze im Ländervergleich. In Mathe schafften drei Viertel der Schülerinnen und Schüler in Klasse neun den Mindeststandard für die Mittlere Reife. Zwischen den Ländern sind die Unterschiede allerdings groß: In Sachsen erreichten 86 Prozent den Mindeststandard in Mathematik, in Bayern 83 Prozent - in Bremen aber nur 59 Prozent. In Biologie, Chemie und Physik erreichten bundesweit 83 bis 95 Prozent den Mindeststandard.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte, die Gruppe von Schülerinnen und Schülern in der höchsten Kompetenzstufe sei in Bayern und Sachsen deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. "Auffallend ist, dass mit Bayern und Sachsen gerade die beiden Bundesländer in der Lage sind, ihre Ergebnisse zu halten oder sogar zu verbessern, die am wenigsten an ihren Schulformen herumexperimentiert haben und am meisten auf ein differenziertes, begabungsgerechtes Schulsystem und den Leistungsgedanken setzen."

Auch Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands, warnte: "Die Studie zeigt erneut, dass die Schaffung von Einheitsschulsystemen keine Lösung für die Zukunft ist. Wir brauchen eine starke Realschule in allen Ländern." Die Kompetenz in den naturwissenschaftlichen Fächern würden bayerische Realschüler zu begehrten Fachkräften machen. Der Realschullehrerverband arbeite daran, die Realschulen und die regionale Wirtschaft eng zu vernetzen "und die jungen Leute auf die Bedürfnisse der Zukunft vorzubereiten".

Der Bayerische Philologenverband erklärte: "Die Gymnasien in Bayern und Sachsen bringen ihre Schülerinnen und Schüler auf das höchste Niveau und konnten dieses im Vergleich zur letzten Befragung 2012 auch halten." In vielen anderen Bundesländern dagegen zeige sich gerade bei den Gymnasien ein negativer Trend. Der Verbandsvorsitzende Michael Schwägerl sagte: "Bayerns Top-Platzierung zeigt wieder einmal: Unser stabiles, differenziertes Schulsystem mit seiner differenzierten Lehrerbildung bringt beste Resultate in allen Schularten hervor."

Insgesamt hatten rund 45 000 Neuntklässler von der Förderschule bis zum Gymnasium an den Vergleichstests teilgenommen - in Bayern waren es 3279 Schüler an 104 Schulen.