Versicherungen für Auslandsaufenthalte "Nicht alle Policen sind weltweit gültig"

Der ADAC ist ein großer Anbieter von privaten Auslandskrankenversicherungen und betreute nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr fast 52 000 kranke oder verletzte Reisende. Für jeden Vierten hat der Autoclub einen Rücktransport organisiert. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für so einen Rücktransport gar nicht. Wer ihn benötigt und nicht privat versichert ist, bleibt auf den Kosten sitzen. Ein Transport aus Ägypten kostet bis zu 45 000 Euro, aus Australien sogar bis zu 130 000 Euro. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass der private Auslandskrankenversicherer einen Rücktransport bereits zahlt, wenn er medizinisch sinnvoll ist - also und nicht erst dann, wenn er medizinisch notwendig ist. Ob ein Rücktransport medizinisch angezeigt ist, entscheidet das Krankenhaus vor Ort.

Entscheidend ist, eine Langzeit-Police zu kaufen und nicht eine Urlaubspolice.

Die Krankenkasse in Deutschland muss parallel weiter bezahlt werden

Künftige Austauschstudenten, Au-pairs und Freiwilligendienstler sollten unbedingt das tatsächliche Abreise- und Ankunftsdatum angeben. Sich etwas Geld zu sparen, indem man ein paar Tage weniger in den Versicherungsschein schreibt, sei wenig sinnvoll, warnt der ADAC-Sprecher. Denn dann besteht für diese Zeit kein Schutz. Für junge Leute, die die Dauer ihres Aufenthaltes noch nicht genau kennen, gebe es monatlich abrechenbare Tarife, sagt Petra Dienst vom Versicherungsmakler Dr. Walter. Weiterhin sollte man die Versicherung vor Antritt der Reise abschließen. Einige Länder wie die USA haben strenge Auflagen, wie hoch der Versicherungsschutz sein muss. Erfüllt die eigene Auslandkrankenversicherung diese Vorgaben nicht, kann das Visum abgelehnt werden.

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Während des Auslandsaufenthalts müssen gesetzlich versicherte Studenten allerdings weiter Kassenbeiträge bezahlen. Sie können die Versicherung nicht kündigen, um Geld zu sparen. "Wenn in Deutschland eine Pflichtversicherungspflicht vorliegt, muss derjenige auch bei einem längeren Auslandsaufenthalt Beiträge zahlen", sagt eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands. Das gelte für eingeschriebene versicherungspflichtige Studenten genauso wie für Rentner, die länger auf Reisen sind.

Fragen vorher mit dem Versicherer klären

Neben der Krankenversicherung ist die private Haftpflicht ein absolutes Muss für Weltenbummler. "Nicht alle Policen sind weltweit gültig", warnt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Zudem gebe es für viele Verträge eine Befristung mit einer Dauer von drei bis sechs Monaten. "Junge Leute sollten vorher mit ihrem Versicherer abklären, inwieweit ihr bestehender Vertrag die Risiken abdeckt und ob es möglicherweise sinnvoll ist, den Schutz aufzustocken", sagt sie. Reisende in die USA müssten womöglich auch mit höheren Prämien rechnen, weil dort häufiger geklagt wird und die Gerichte Geschädigten höhere Schadensersatzsummen zusprechen.

Wer mit einer Organisation ins Ausland reist, sollte sich dort erkundigen, ob sie den Versicherungsschutz stellt. Beim Austauschveranstalter AFS beispielsweise, sind Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung bereits inklusive, sagt ein Sprecher der Organisation. "Das gilt aber nur für Freiwilligendienstler, die über 18 Jahre alt sind. Bei unserem Schüleraustausch ist die Haftpflichtversicherung nicht mit dabei."