"Alte Schule"Ranga Yogeshwar

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Ranganathan „Ranga“ Yogeshwar, 1959 in Luxemburg als Sohn einer luxemburgischen Kunsthistorikerin und eines indischen Ingenieurs geboren, ging in Indien und Luxemburg zur Grundschule, absolvierte neben dem Gymnasium eine Klavierausbildung und studierte in Aachen Physik. 1987 begann er als Redakteur beim WDR, heute ist er der wohl bekannteste Wissenschaftsjournalist im deutschsprachigen Raum.
Ranganathan „Ranga“ Yogeshwar, 1959 in Luxemburg als Sohn einer luxemburgischen Kunsthistorikerin und eines indischen Ingenieurs geboren, ging in Indien und Luxemburg zur Grundschule, absolvierte neben dem Gymnasium eine Klavierausbildung und studierte in Aachen Physik. 1987 begann er als Redakteur beim WDR, heute ist er der wohl bekannteste Wissenschaftsjournalist im deutschsprachigen Raum. H. G. Esch

Mein Hobby in der Pause? "Einen Blick im Schulhof auf die Angebetete werfen. Mann, war ich schüchtern - und doch stets verliebt!!" Im SZ-Fragebogen erinnert sich der Physiker und Wissenschaftsjournalist - und erklärt, wie er sich die ideale Schule vorstellt.

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Erste Reihe oder letzte Bank?

Für mich war entscheidend, neben wem ich saß ...

Influencer oder Follower?

Ich war definitiv ein Influencer - Klassen-und später Schulsprecher.

Mein Hobby in der Pause?

Einen Blick im Schulhof auf die Angebetete werfen. Mann, war ich schüchtern - und doch stets verliebt!!

Meine größte Stunde?

Ich brachte per Telefon, getarnt als Radiomoderator, unseren Schuldirektor zum Singen. Damals gab es bei Radio Luxemburg solche Sendungen: Wer ein Lied singt, bekommt eine Single geschenkt. Unser Direktor sang sogar zwei Lieder (dafür gab es eine LP). Er ahnte nichts, und Tage später lief sein Song über die Hausanlage der Schule: "So ein Tag, so wunderbar wie heute ..."

Das würde ich gern vergessen:

So manche Verletzung im Unterricht: Ich denke da an eine liebe Mitschülerin: Der Lehrer sagte zu ihr: "Du bist dumm!" Viele Lehrerinnen und Lehrer sind sich nicht bewusst, wie tief eine solche Verletzung geht und wie prägend sie sein kann.

Ein Denkmal gebührt ...?

Meinem Lehrer Jean Mootz. Er hat bei vielen von uns das Feuer der Begeisterung entfacht und engagierte sich auch außerhalb des Unterrichts. Das war großartig!

Lernen ist ...?

Ein Abenteuer und eine immerwährende Entdeckungsreise.

Noten sind ...?

Eine absurde Reduktion eines großartigen Prozesses auf nichtssagende Zahlen. Jeder Mensch lernt anders. Noten suggerieren Objektivität und zerstören die Einzigartigkeit jeder Lernbiografie. Wir büffeln, bekommen eine Note und vergessen danach, was wir gelernt haben. Weit wichtiger wäre, eine Lernorientierung in der Schule zu etablieren: Ich lerne, weil es meinen Horizont erweitert und meine Welt bereichert.

Schule müsste ...?

Ganz anders sein - offen und frei und voller Freude am Neuen. Dort gibt es keine Schüler mehr, sondern nur noch Lernende. Diese Schule ist das schönste Gebäude der Stadt, bestens ausgestattet, wohnlich und ein Treffpunkt für alle. Die Schulglocke wurde abmontiert, und wir lieben es, dort zu sein - auch am Wochenende.

Entschuldigen muss ich mich bei ...

... manchen Lehrern, die es wohl besser mit mir meinten, als ich es damals glaubte.

Entschuldigen muss sich bei mir ...

Niemand. Jeder hat es so gut gemacht, wie er es konnte.

Zur Schule hat jeder was zu sagen. War ja jeder da. Deshalb gibt es jede Woche "Alte Schule".

© SZ vom 25.11.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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