bedeckt München

Alte Schule:Neven Subotić

Bundesligaspieler Subotic

Neven Subotić, geboren 1988 in Banja Luka, Jugoslawien, floh 1990 mit seinen Eltern vor dem Bürgerkrieg in Bosnien nach Deutschland, in ein Dorf im Schwarzwald. Weil die Familie keine Aufenthaltsgenehmigung bekam, zog sie 1999 in die USA. Auf die Grundschule ging Subotić in Schömberg und Salt Lake City, in Florida besuchte er die Middle School, die High School und die University of South Florida. Seine erfolgreichste Zeit als Fußballprofi hatte er bei Borussia Dortmund (2008-2018), seit dem Sommer spielt er für Denizlispor in der Türkei.

(Foto: Britta Pedersen/dpa)

Fußball, Fußball, Fußball - und Geschichtsunterricht beim Viet­nam-Veteran: Der langjährige BVB-Spieler im Frage­bogen über seine Schul­zeit im Schwarzwald und in den USA.

Erste Reihe oder letzte Bank?

Abhängig von meinem Interesse am Thema und dem Enthusiasmus der Lehrperson.

Influencer oder Follower?

Das gab es zu meiner Zeit zum Glück nicht. Vor allem durch den Sport haben wir uns immer als leidenschaftliche Sportler gesehen und entsprechend verhalten.

Mein Hobby in der Pause?

Fußball wurde in jeder freien Sekunde gespielt, vor, während und nach der Schule. Während der Schule hatten ein paar Schüler wie ich keinen Religionsunterricht und nutzten die Stunde im freien Klassenzimmer, um Fußball zu spielen

Meine größte Stunde?

Sportfeste waren immer der größte Ansporn und die schönste Zeit für mich. Darin bin ich aufgeblüht.

Das würde ich gern vergessen:

Es gab ein paar Klassen, die ich genommen habe, wo weder das Thema noch die Lehrperson gepasst hat. In Englisch zum Beispiel, auf der High School. Ich bin dann zu einer anderen Lehrerin gewechselt, und es wurde auf einmal deutlich interessanter.

Ein Denkmal gebührt ...?

Mr. Ford war Geschichtslehrer, der selber Veteran des Vietnamkrieges war und mit uns die Lehrbücher kritisch beleuchtet hat anhand seiner tatsächlichen Erfahrung. Er hat uns kritisches Denken beigebracht. Es waren Lehren fürs Leben.

Lernen ist ...?

Die Basis für die eigene Entfaltung und damit auch für das eigene Lebensglück. Es zeigt uns auf, wie viel Wissen es gibt und wie wenig wir davon wissen, auch diese Erkenntnis ist wichtig fürs Leben.

Noten sind ...?

So wie einige andere Bildungsmechanismen ein Artefakt der Geschichte, das irgendwann überholt ist oder wird.

Schule müsste ...?

Näher am echten Leben, echten Interaktionen und echten Herausforderungen orientiert sein.

Entschuldigen muss ich mich bei ...

All den Lehrpersonen, deren Thema mich nicht inspiriert hat. Ich weiß, dass es als Lehrperson dann schwierig ist, wenn sie merkt, dass ich nicht voll dabei war.

Entschuldigen muss sich bei mir ...

Wer immer sich danach fühlt, ich entscheide das nicht.

Zur Schule haben alle was zu sagen. Waren ja alle da. Deshalb gibt es jede Woche "Alte Schule".

© SZ vom 12.10.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite