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Alte Schule:Gregor Gysi

Gysi will wieder in den Bundestag

Gregor Gysi, Jahrgang 1948, besuchte in Berlin die Polytechnische Oberschule und danach die Erweiterte Oberschule, gleichzeitig machte er eine Ausbildung zum Facharbeiter für Rinderzucht. Er studierte an der Humboldt-Universität Jura und wurde Rechtsanwalt. Der frühere PDS-Vorsitzende und langjährige Fraktionschef der Linken sitzt fast durchgehend seit der Wiedervereinigung im Bundestag. Weil er dort noch die Lohn- und Rentengleichstellung von Ost und West erleben will, tritt er auch bei der nächsten Wahl wieder an.

(Foto: Christoph Soeder/dpa)

Ein Denkmal gebührt? "...endlich einer Reinigungskraft. Ohne sie könnten wir nicht leben, auch nicht in der Schule." Der Linken-Politiker im SZ-Fragebogen.

Erste Reihe oder letzte Bank?

Unterschiedlich, aber meist erste Reihe, damit ich besser sehen konnte.

Influencer oder Follower?

Eher Influencer. Ich folge nicht so gern, ich nehme lieber Einfluss.

Mein Hobby in der Pause?

Wie auch in den Schulstunden, meist träumen. Wovon ich träumte, bleibt allerdings mein Geheimnis. Es wurde aber auch gequatscht.

Meine größte Stunde?

Als ich noch an der Polytechnischen Oberschule in einem von uns selbstausgedachten Stück, einem Sketch, mitspielte und im norddeutschen Dialekt sprach - und der ganze Saal jubelte.

Das würde ich gern vergessen:

Als ich die dritte Klasse besuchte, starb ein Junge aus meiner Klasse, weil er aus dem Zug fiel. Als ich die vierte Klasse besuchte, starb ein Junge aus meiner Klasse an Blutvergiftung.

Ein Denkmal gebührt ...

... endlich einer Reinigungskraft. Ohne sie könnten wir nicht leben, auch nicht in der Schule. Sie wird aber schlecht bezahlt und zumeist auch noch verachtet.

Lernen ist ...

... wichtig, um irgendwelche Zusammenhänge im Leben zu verstehen.

Noten sind ...

... auf der einen Seite erstrebenswert und auf der anderen Seite von Übel. Besser wäre eine andere Form der Bewertung.

Schule müsste ...

... gemeinschaftlich ohne politische und soziale Ausgrenzung stattfinden. Jede und jeder soll die Ausbildung und Bildung erreichen, die ihr oder ihm möglich ist.

Entschuldigen muss ich mich bei ...

... bei meiner Tischnachbarin, die mir bei der Lateinarbeit half, so dass ich die beste schrieb, während sie ihre eigene nicht mehr zu Ende schaffte und eine eher schlechte Note erhielt. Irreparabel. Ich kann nur um Verzeihung bitten.

Entschuldigen muss sich bei mir ...

... eigentlich keiner oder sehr viele.

Zur Schule hat jeder was zu sagen. War ja jeder da. Deshalb gibt es einmal die Woche "Alte Schule".

© SZ vom 01.03.2021
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