Gewalttat mit drei Toten in NiederbayernErstes Opfer von Zwiesel starb wohl schon vor Wochen

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Ein Polizist steht hinter einer Absperrung vor dem Mehrfamilienhaus im Landkreis Regen, in dem drei Leichen gefunden wurden.
Ein Polizist steht hinter einer Absperrung vor dem Mehrfamilienhaus im Landkreis Regen, in dem drei Leichen gefunden wurden. Christine Vincon/dpa

Eine der beiden toten Frauen sei wohl schon Ende Juni getötet worden, sie war seit 10. Juli als vermisst gemeldet. Die Ermittler fanden zudem abgetrennte Leichenteile in einem Gebüsch am Stadtrand.

Die drei Opfer eines mutmaßlichen Tötungsdelikts im niederbayerischen Zwiesel starben den Ermittlern zufolge wohl schon lange vor dem Fund der Leichen. Eine 26-Jährige sei nach ersten Ergebnissen der Untersuchung der Leichen schon Ende Juni in dem Mehrfamilienhaus getötet worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Sie war am 10. Juli als vermisst gemeldet worden.

Die beiden anderen Opfer, ein 56-Jähriger und dessen 22 Jahre alte Lebensgefährtin, wurden demnach „wohl Mitte Juli“ dort umgebracht. Die 22-Jährige sei am 21. Juli als vermisst gemeldet worden. Kurz zuvor hatten Polizisten in Österreich den mutmaßlichen Täter, einen 37 Jahre alten Slowaken, alkoholisiert und desorientiert aufgegriffen.

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Er habe die Tat eingeräumt - eine erste Absuche des Hauses habe aber nicht zu den Leichen geführt. Erst nach der Vermisstenmeldung der 22-Jährigen sei die nicht zugängliche Wohnung gewaltsam geöffnet und dort die erste Leiche, die des 56-Jährigen, entdeckt worden.

Leichenteile in Gebüsch am Stadtrand gefunden

Die Leichen der beiden Frauen waren laut den Ermittlern in der Wohnung versteckt. Bei einer der beiden Leichen seien Körperteile abgetrennt worden. Manche davon hätten Ermittler in einem Gebüsch am Stadtrand von Zwiesel gefunden, wo sie mutmaßlich abgelegt worden waren.

Das Haus war als „Problemhaus“ bekannt.
Das Haus war als „Problemhaus“ bekannt. Christine Vincon/dpa
Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.
Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Christine Vincon/dpa

Wie genau der Mann die drei Opfer getötet haben könnte, blieb zunächst unklar. An den Leichen seien bei der Untersuchung aber unter anderem Schnittverletzungen und Spuren von stumpfer Gewalt gefunden worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Der mutmaßliche Täter sitzt den Ermittlern zufolge nach wie vor in Österreich in einer Justizanstalt. Bei einer Vernehmung in Österreich habe er die Tötung des Mannes und der zwei Frauen eingeräumt und dabei auch mögliches Täterwissen offenbart, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Mutmaßlicher Täter war schon polizeibekannt

Der 37-Jährige war demnach vor der Tat mehrfach strafrechtlich aufgefallen – unter anderem wegen Betäubungsmitteldelikten und Körperverletzung. Schwere Gewalttaten seien aber nicht darunter gewesen, teilten die Ermittler mit. Das vermüllte Mehrfamilienhaus war vor Ort wegen alkoholbedingter Streitigkeiten und Polizeieinsätzen als „Problemhaus“ bekannt.

Wann der mutmaßliche Täter nach Deutschland ausgeliefert werden könnte, blieb zunächst weiter unklar. Die Ermittlungen wegen des Tötungsdelikts gehen unterdessen weiter. Weitere Details wollten Polizei und Staatsanwaltschaft unter Verweis auf das laufende Verfahren vorerst nicht nennen.

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