Zum Weltfrauentag: Bayerische PionierinnenAls Mann verkleidet, mit Mistgabeln gejagt

Eigentlich durften sie nicht viel mehr, außer hübsch aussehen und gehorchen: Trotzdem wurden bayerische Frauen Mathematikerinnen, Pilotinnen, Weltreisende.

Eigentlich durften sie nicht viel mehr, außer hübsch aussehen und gehorchen: Trotzdem wurden bayerische Frauen Mathematikerinnen, Pilotinnen, Weltreisende.

Therese Giehse

"Ich war dick, rothaarig und jüdisch", sagte die Theater-Schauspielerin Therese Giehse (1898-1975) einmal über sich selbst. Für Bert Brecht sollte das kein Handicap sein. Im Gegenteil. Die Tochter eines Münchner Kaufmanns spielte 1941 erstmals die Rolle der Mutter Courage. Und zwar so gut, dass Brecht sie als "Die Außerordentliche" bezeichnete. "Es war wie Tennisspielen", beschrieb Giehse die Zusammenarbeit mit dem Augsburger Autor: Brecht verfasste die Stücke ("Der gute Mensch von Sezuan", "Herr Puntila und sein Knecht Matti"), Giehse ging darin auf. Tobend, dominant, polternd - ein Tornado fegte hinweg, wenn sie auf der Bühne stand. Ihre Augen waren schwermütig, ihre Hände klobig - passend zu ihren Rollen: Sie brillierte als unwürdige Witwe, als Horrorweib oder als Handlangerin des Bösen. Friedrich Dürrenmatt, ein weiterer Giehse-Fan, änderte extra für sie seine "Physiker" und machte aus einem Irrenarzt eine "Dr. Mathilde Zahnd". Noch heute ist sie Schauspielern und Schauspielerinnen ein Vorbild.  marm

Bild: picture-alliance / dpa 8. März 2011, 13:262011-03-08 13:26:51 © SZ vom 08.03.2011/elis/vsch