Zum Tag der Muttersprache Professoren: Dialekt selbstbewusst benutzen

Führende Professoren der Technischen Universität (TU) München haben zu einem selbstbewussten Umgang mit dem bayerischen Dialekt aufgefordert. Sie unterzeichneten zum Internationalen Tag der Muttersprache an diesem Mittwoch einen Aufruf des Dialektfördervereins "Bund Bairische Sprache". Zu den Unterzeichnern gehört TU-Präsident Wolfgang Herrmann, der sich seit Langem für den Gebrauch des Dialekts auch im beruflichen Umgang einsetzt. Das Überleben der bairischen Sprache mit ihren lokalen Ausprägungen ist nach Ansicht von Sprachwissenschaftlern gefährdet. So gilt der Münchner Dialekt in der mittleren und jüngeren Generation mittlerweile als ausgestorben. Auch in anderen Ballungsräumen und selbst in ländlichen Regionen drohe eine ähnliche Entwicklung, befürchtet der Vorsitzende des "Bundes Bairische Sprache", Sepp Obermeier. Er führt dazu eine Aussage des Sprachwissenschaftlers Anthony Rowley auf: "Wenn eine Sprache stirbt, dann wird die Sprache nicht gemeuchelt, sondern die Sprecher verzichten auf die Sprache." Nach Überzeugung Obermeiers wird Mehrsprachigkeit im 21. Jahrhundert zum Normalfall werden. Die Verwendung des Dialekts stehe dabei "einer modernen und weltoffenen Lebenskonzeption nicht entgegen", heißt es in dem Aufruf und habe mit rückwärtsgewandter Bayerntümelei nichts zu tun.