Yoga-Boom im Freistaat:Das Geschäft mit dem Wohlbefinden

Lesezeit: 3 min

Yoga boomt - auch im Freistaat. Weil vor allem gestresste Städter Entspannung suchen, ist aus dem Trend ein Massengeschäft geworden. Ein ziemlich lukratives.

Christa Eder

Yoga boomt und boomt. Immer mehr Menschen praktizieren die 5000 Jahre alte indische Wissenschaft von Körper, Geist und Seele - in allen Variationen und auf allen Kontinenten. Nach den USA, Australien und Europa rollt die Yoga-Welle nun weiter nach Asien und Afrika. In Wirtschaftszentren wie Moskau, Hongkong oder Peking schießen derzeit fast täglich neue Studios aus dem Boden, und selbst in den ärmsten Regionen der Welt wie Addis Abeba, Kabul oder den Slums von Nairobi absolvieren junge Leute inzwischen regelmäßig ihre Asanas, ihre Körperübungen.

Yoga Expo in München, 2011

Yoga boomt: Es gibt kaum noch eine Stadt in Bayern, in der nicht auch Asanas wie der dreibeinige Hund geübt werden.

(Foto: Robert Haas)

In Bayern hat sich der seit etwa zehn Jahren anhaltende Yogatrend zu einem respektablen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Yoga ist ein Wachstumsmarkt, an dem viele Arbeitsplätze hängen. Statistiken gibt es dazu nicht, denn die Szene ist unübersichtlich, nicht organisiert und ändert sich ständig. Der Bund Deutscher Yogalehrer (BDY) verzeichnet seit dem Jahr 1967 zwar einen "stetigen Zuwachs an Yogalehrenden", seine derzeit 3500 Mitglieder stellen aber nur einen Bruchteil aller Yogalehrer in Deutschland dar.

Dennoch ist die flächendeckende Yogaisierung Bayerns mit bloßem Auge zu erkennen. Kaum eine bayerische Stadt ohne Yogastudio, selbst kleinere Städte wie Waldkraiburg oder Bad Hindelang sind versorgt. Lediglich im Fichtelgebirge und Bayerischen Wald gibt es noch einige weiße Flecken. Geht man davon aus, dass jeder Fünfte in Deutschland Yoga praktiziert, käme man in Bayern rein rechnerisch auf etwa 2,5 Millionen Yogis.

Die bayerische Yogahauptstadt ist München. Der aktuelle Yoga Guide hat etwa 80 ausgewiesene Studios aufgelistet; im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen sind es etwa halb so viele. Kleine Studios, die ab und zu geöffnet haben, sowie Kurse in Volkshochschulen, Fitnessstudios, Unternehmen, Seniorenheimen und Kindergärten nicht eingerechnet.

Als Urzelle der Yogabewegung in München gilt das 1974 gegründete Sivananda Yoga Vedanta Zentrum an der Steinheilstraße. Seitdem habe sich Yoga "in Form einer langsamen Graswurzel-Evolution stetig weiterverbreitet", sagt Leiterin Swami Durgananda. Etwa 26.000 Lehrer weltweit haben heute eine Sivananda-Ausbildung.

Einer von ihnen ist Patrick Broome, Gründer des Jivamukti Yoga Centers in München, mittlerweile so etwas wie ein Star in der Yogaszene. Unter anderem unterrichtet er die deutsche Fußballnationalmannschaft. Seiner Einschätzung nach gibt es derzeit etwa 1000 Yogalehrer in München.

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