Holocaust-GedenkenKnobloch wirbt für Yad-Vashem-Standort in Bayern

Charlotte Knobloch  unterstützt den fraktionsübergreifenden Antrag, Yad Vashem nach Bayern zu holen.
Charlotte Knobloch  unterstützt den fraktionsübergreifenden Antrag, Yad Vashem nach Bayern zu holen. (Foto: Johannes Simon)

Im Bildungsausschuss des bayerischen Landtags plädiert die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern dafür, sich für das Bildungszentrum einzusetzen.

Von Anna-Maria Salmen

Nach der Kabinettssitzung spricht sich nun auch der Bildungsausschuss des Landtags dafür aus, sich für eine Außenstelle der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Bayern einzusetzen. Die Mitglieder aller Fraktionen außer der AfD stimmten am Donnerstag einem entsprechenden fraktionsübergreifenden Antrag zu.

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, zeigte sich im Bildungsausschuss „begeistert“ von der Idee, Yad Vashem nach Bayern zu holen. Ein solches Zentrum ausgerechnet in Deutschland, gar in München einzurichten, das für die Nationalsozialisten eine bedeutende Rolle gespielt hatte – früher sei das ein absurder Gedanke gewesen, so Knobloch. Heute hingegen sei es politische Realität und ein „Zeichen dafür, wie sehr das Gedenken in der Gesellschaft angekommen ist“. Eine Entscheidung für Bayern wäre ein „herausragender Vertrauensbeweis“.

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Dass das Bildungszentrum seinen ersten Standort außerhalb Israels in Deutschland einrichten will, steht bereits fest. Neben Bayern bewerben sich Nordrhein-Westfalen und Sachsen darum. Der Freistaat biete wie kein anderer Standort beste Voraussetzungen für die Außenstelle, sagte Ute Eiling-Hütig (CSU). In München habe man eine starke israelitische Kultusgemeinde, zudem gebe es zahlreiche authentische Erinnerungsorte. Mit dem Yad-Vashem-Zentrum könne man ein „deutliches und international sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus setzen“.

Dieser habe in den vergangenen Jahren zugenommen, so Simone Strohmayr (SPD). „Wir haben eine historische Verantwortung.“ Ein Bildungszentrum wäre aus ihrer Sicht ein „gutes zusätzliches Angebot“ für die Aufklärung über den Holocaust.

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