Süddeutsche Zeitung

Wunsiedel:Proteste gegen Nazi-Demo

Auch nach der Auflösung des Grabes von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß kommt das oberfränkische Wunsiedel nicht zur Ruhe: Rund 250 Neonazis versammelten sich am Samstag zu einer Kundgebung in der Innenstadt.

Das oberfränkische Wunsiedel kommt nicht zur Ruhe: Tage nach der Auflösung des Grabes von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß versammelten sich etwa 250 Neonazis am Samstag zu einer Kundgebung in der Innenstadt. Nach Medieninformationen war vor allem die Auflösung des Grabs Anlass der Demo, die offiziell unter einem anderen Motto stattfand. Die Demonstration wurde von einem großen Polizeiaufgebot überwacht, es blieb zunächst friedlich.

In der Nähe versammelten sich nach Angaben der Polizei außerdem weit mehr als 200 Bürger zu einer Gegendemonstration und einem Gottesdienst. Zu der Protestveranstaltung hatten Kirchen und Bürgerinitiativen aufgerufen. Sie setzen unter anderem mit einem ökumenischen Friedensgebet ein Zeichen gegen Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Es habe keine Auseinandersetzungen gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Zur Kundgebung der rechtsextremen NPD kamen 250 Neonazis, angemeldet waren 90 Personen. "Es hat offenbar eine Mobilisierung innerhalb der Szene stattgefunden", sagte der Polizeisprecher. Es sei zu vermuten, dass dies mit der Auflösung des Grabes des ehemaligen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß zusammenhänge.

Das Grab war am 20. Juli knapp 24 Jahre nach seinem Tod aufgelöst worden. Die Gebeine von Heß wurden exhumiert und zur Verbrennung abtransportiert. In der Kleinstadt im Fichtelgebirge gab es immer wieder verbotene Demonstrationen Rechtsradikaler.

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dpa/dapd/wolf
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