Gewalttat in Kinderheim:Der Junge, der allen ein Rätsel ist

Gewalttat in Kinderheim: Im Prozess um die Gewalttat in einem Kinderheim in Wunsiedel sagte jetzt ein zwölfjähriger Junge unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeuge aus.

Im Prozess um die Gewalttat in einem Kinderheim in Wunsiedel sagte jetzt ein zwölfjähriger Junge unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeuge aus.

(Foto: Max Weinhold)

Im Prozess um die Vergewaltigung und Tötung eines zehnjährigen Mädchens tritt ein Zwölfjähriger unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf. Er sagt dort als Zeuge aus, aber könnte in dem Fall zugleich Täter und Opfer sein.

Von Max Weinhold, Hof

Um kurz nach 15 Uhr schließt sich die Tür zu Saal 0.19. Es ist Verhandlungstag zwei am Landgericht Hof in dem Prozess um die Gewalttat in einem Kinderheim in Wunsiedel. Es soll jener zwölfjährige Junge aussagen, der im April 2023 ein Mädchen, zehn Jahre alt, nach einem Streit mit einem LED-Band erdrosselt haben soll. Zuvor soll der Junge selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden sein: Ein damals 25-Jähriger soll nachts in das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef, in dem er früher selbst lebte, eingebrochen und zufällig auf den Jungen getroffen sein, danach in dessen Anwesenheit onaniert haben.

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