Würzburg 19-Jähriger unter Verdacht der Vergewaltigung von Minderjährigen

  • Ein junger Mann im Raum Würzburg soll mehrere minderjährige Mädchen vergewaltigt und teilweise schwer sexuell missbraucht haben.
  • Die mutmaßlichen Opfer sind zwischen zwölf und 15 Jahren alt.
  • Dem 19-Jährigen wird vorgeworfen, seine Taten zudem gefilmt und seine Opfer gezielt angesprochen zu haben.
Von Olaf Przybilla, Würzburg

Zwei Wochen nach der Aufdeckung eines Kinderpornografie-Falls in Würzburg, könnte die Staatsanwaltschaft einen ähnlichen Fall in Unterfranken ermittelt haben. Einem 19-Jährigen wird vorgeworfen, an fünf Mädchen zwischen zwölf und 15 Jahren sexuelle Handlungen zum Teil erzwungen und diese auch aufgenommen zu haben. Wegen des dringenden Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen, der Vergewaltigung in zwei Fällen und des sexuellen Missbrauchs von Kindern in drei Fällen sitzt der 19-Jährige aus dem Landkreis Würzburg in Untersuchungshaft.

Nach Angaben der Polizei erhielten die Ermittler im März 2018 Hinweise, dass der Tatverdächtige bei sexuellen Handlungen mit einer früheren, etwa gleichaltrigen Lebensgefährtin heimlich Aufnahmen gefertigt haben soll. Die Beamten durchsuchten daraufhin die Wohnung des Mannes und stellten sein Handy sicher, auf dem mehr als 67 000 Bilder und Videos, größtenteils pornografischen Inhalts, gespeichert waren. Der Mann stand zunächst im Verdacht, den höchstpersönlichen Lebensbereich durch Bildaufnahmen verletzt zu haben. Bei der Auswertung stießen die Ermittler zusätzlich auf kinder- und jugendpornografisches Material, das der Mann im Internet heruntergeladen haben soll.

Auch wurden Bilder und Videos gesichert, bei denen "offenbar nicht einvernehmliche, erzwungene sexuelle Handlungen des Beschuldigten an minderjährigen Mädchen" zu sehen waren, erklärt Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen. Die insgesamt fünf Geschädigten, die zur Tatzeit zwischen zwölf und 15 Jahre alt waren und allesamt aus dem Kreis Würzburg stammen, sind inzwischen identifiziert und konnten zu den Tatabläufen vernommen worden.

Der Beschuldigte soll offenbar gezielt über soziale Medien Kontakt zu den Mädchen aufgenommen haben. Ihnen sollen Beziehungen in Aussicht gestellt worden sein, dabei kam es zum Austausch von Handynummern. Die Ermittler gehen davon aus, dass es dem 19-Jährigen "durch manipulatives Geschick" gelungen sei, das Vertrauen der Mädchen zu erlangen und Treffen mit ihnen zu vereinbaren.

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