Schüsse in Würzburger Wohngebiet„Wir hatten erst mal totale Panik“

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Die Spurensicherung der Polizei hat die Einschusslöcher an dem Haus markiert.
Die Spurensicherung der Polizei hat die Einschusslöcher an dem Haus markiert. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Ein unbekannter Mann in Kapuzenjacke gibt am Dienstagabend mehrere Schüsse auf ein Mehrparteienhaus in Würzburg ab, niemand wird verletzt.
  • Die Polizei ermittelt wegen versuchten Tötungsdelikts und fahndet mit vielen Kräften nach dem flüchtigen Täter.
  • Die Bewohner stehen unter Schock und haben keine Ahnung, warum auf ihr Haus geschossen wurde.
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In Würzburg gibt ein Mann mit Kapuzenjacke mehrere Schüsse auf ein Wohnhaus ab. Die Bewohner geraten in Todesangst – und keiner hat eine Ahnung, warum ausgerechnet auf ihr Haus geschossen wurde.

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„Wir haben alle keine Feinde“, versichert eine junge Frau am Morgen, nachdem ein Unbekannter mehrfach auf ihr Wohnhaus in Würzburg geschossen hat. „Ich wüsste nicht, wer es gewesen sein soll.“ Die Polizei ermittelt seither wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Der Täter ist noch auf der Flucht.

„Einen konkreten Verdächtigen haben wir noch nicht“, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwochvormittag, nur dass es ein Mann gewesen sein soll. Dieser soll am Dienstagabend mehrere Schüsse auf das Mehrparteienhaus abgegeben haben. Verletzt wurde niemand.

Am Morgen danach ist es in der Straße weitgehend ruhig, die Polizeiwagen sind längst verschwunden. Lediglich ein paar Medienvertreter mit Kameras tummeln sich in der kleinen Nebenstraße im Würzburger Stadtteil Unterdürrbach. Alles wirkt gepflegt und eigentlich wie immer. Wären da nicht die Einschusslöcher in einem Fenster, der Haustür und der Fassade des Hauses, in dem nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur überwiegend Frauen leben.

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Gegen halb neun am Dienstagabend habe sie einen Schuss gehört, erzählt die Bewohnerin, die ihren Namen nicht in die Öffentlichkeit tragen will. „Ich habe erst gedacht, weil der Knall so laut war, dass es halt ein Böller oder so etwas ist.“ Danach sei erneut ein Schuss durch das Wohngebiet gehallt. „Die Leute, die unter mir gewohnt haben, haben mir eine Nachricht geschrieben: Bei denen wurde reingeschossen“, berichtet die mittlerweile gefasste Frau. „Die beiden kamen dann aufgelöst zu mir nach oben. Wir hatten erstmal totale Panik.“

Schnell rücken die Einsatzkräfte an und sperren das Gebiet weiträumig ab. Weil am Anfang verständlicherweise noch vieles unklar ist, warnen die Ermittler vor einer „möglichen Bedrohungslage“. „Wir suchen nach einer männlichen Person, bekleidet mit einer schwarzen Jacke mit Kapuze“, heißt es um 21.16 Uhr in einer Whatsapp-Mitteilung. „Wir bitten die Bevölkerung: Meiden Sie den Bereich großräumig! Nehmen Sie keine Anhalter mit!“

Die Polizei fahndet mit vielen Kräften, unterstützt unter anderem von der Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei, nach dem Täter. Beamte sichern vor Ort Videoaufzeichnungen und Spuren.

Gleichzeitig ist in Würzburg Kiliani-Zeit – das größte Volksfest Unterfrankens mit Riesenrad, Kettenkarussell und großem Festzelt. Noch bis zum 19. Juli besuchen Tausende das Gelände auf den Mainwiesen, etwa eineinhalb Kilometer Luftlinie vom Tatort entfernt.

War es eine Beziehungstat? Oder sollte jemand eingeschüchtert werden?

Laut Polizei haben die Schüsse keinen Bezug zum Fest. „Dennoch sind im dortigen Bereich und auf den Fußwegen in Richtung der Parkplätze uniformierte Einsatzkräfte für Euch unterwegs“, heißt es. Auch wenn niemand verletzt wurde – strafbar ist die Tat allemal. Zeugen müssen befragt, Beweise ausgewertet werden. Wer etwas Verdächtiges gesehen hat, soll sich melden. Der Täter ist auf der Flucht.

„Erklären konnte ich mir gar nichts“, sagt auch die junge Mieterin wenige Stunden nach den Schüssen. „Wir waren alle unter Schock. Wir wussten gar nicht so richtig mit der Situation umzugehen.“ Den Täter, der mit einer Handfeuerwaffe geschossen haben soll, habe sie nicht gesehen.

Die Ermittler prüfen derweil, ob es sich um eine „Beziehungstat“ handeln könnte, ob jemand eingeschüchtert werden sollte. Details werden nicht genannt, die Ermittlungen sind noch am Anfang.
Die junge Bewohnerin ist erleichtert, dass sie den Abend während der unklaren Lage mit den anderen Hausbewohnern verbringen konnte. „Ich war dann froh, dass ich nicht mehr alleine in der Wohnung war, sondern dass die anderen auf jeden Fall gleich hochgekommen sind. Sonst wäre ich, glaube ich, durchgedreht.“

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