Blick ins bayerische Kunstministerium, da standen sie kürzlich vor einer Entscheidung, angesichts der man sich gegenseitig viel Glück gewünscht haben dürfte. Auf dass die Reaktionen aus dem Norden des Freistaats nicht allzu heftig ausfallen.
Der Anlass? Das entstehende Museum für Franken auf der Würzburger Festung muss endlich an Fahrt gewinnen, ein neuer Chef also sollte gefunden werden. Kurzer Rückblick: Als es 2011 darum ging, welche Stadt künftig das Museum der Bayerischen Geschichte beheimaten soll, hatte sich Würzburg erhebliche Hoffnungen gemacht.
So schlecht waren die Argumente nicht. Ein Weltkulturerbe beheimatet die Stadt seit 1981, das erste nicht-klerikale der Republik, die Residenz. Auch die erste Uni auf der Fläche des heutigen Freistaats wurde am Main gegründet. Und dann die infrage kommende Immobilie: Es dürfte schlechter geeignete Altbauten für Geschichtsmuseen geben als die Würzburger Festung.

Wurde nichts draus. Der Zuschlag ging nach Regensburg. Dort ist das Haus vor sechs Jahren eröffnet und längst zum Publikumserfolg geworden. Würzburg? Soll dafür ein „Museum für Franken“ bekommen. Auch ein Riesending, einer dreistelligen Millionenhöhe bedarf’s dafür, eben auf der Festung. Mit der Eröffnung aber zieht es sich. 2032 womöglich?
Zurück ins Ministerium und der Frage, wer die Sache mit dem bislang nicht hinreichend beachteten Franken-Museums-Projekt denn nun endlich mal befeuern könnte. Womöglich der Richard Loibl? Alle – so zumindest stellt man sich das vor – zucken zusammen. Wollen, können, dürfen wir das?
Noch ein Rückblick. Das Museum kam also nicht nach Franken, dafür gab’s von dort kaum Haue. Als das Haus in Regensburg aber 2019 eröffnet wurde, hagelte es Widerspruch. Von angeblicher „bayerischer Selbstdarstellung“ war in Frankens Leserbriefspalten die Rede, von „urbayerischer Selbstbeweihräucherung“, die vermeintlich „alle Vorurteile gegenüber altbayerischer Dominanz“ bestätige. Marketing für den FC Bayern – eine Fußnote für den Club, in einem Geschichtsmuseum! So jedenfalls las man’s.

Verantwortlich fürs Haus ist und war: Richard Loibl. Den das Ministerium – Risiko! – tatsächlich zum historisch zuständigen Franken-Versteher ernannt hat.
Die Reaktion in Franken? Lau bislang. Ob man das gar nicht recht auf dem Schirm hat? Die Luft aus dem ewigen Franken-Altbayern-Ding allmählich raus ist? Oder alle 2022 in der herausragenden Landesausstellung „Typisch Franken“ in Ansbach waren? Damals zuständig war das Haus der Bayerischen Geschichte. Also auch deren Chef Loibl. Der Mann kann’s eben einfach.

