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Würzburg:Mainfrankentheater soll Staatstheater werden

mainfranken theater würzburg

Das Mainfrankentheater in Würzburg wird zurzeit saniert.

(Foto: Nik Schölzel/Mainfrankentheater)
  • Das Würzburger Mainfrankentheater könnte noch in diesem Jahr bayerisches Staatstheater werden.
  • Das hat Oberbürgermeister Christian Schuchardt überraschend zur Eröffnung der aktuellen Spielzeit verkündet.
  • Neben drei Spielstätten in München und den Theatern in Augsburg und Nürnberg bekommt Würzburg das sechste Staatstheater in Bayern.

Für die Würzburger war es eine Überraschung: Das Mainfrankentheater könnte noch in diesem Jahr bayerisches Staatstheater werden. Das hat Oberbürgermeister Christian Schuchardt zur Eröffnung der aktuellen Spielzeit am Sonntagabend auf der Bühne verkündet. Das Kunstministerium bestätigte das am Donnerstag. Der Vorteil macht sich im Budget bemerkbar: Ein Staatstheater wird zur Hälfte von der Landesregierung finanziert, der Etat in Würzburg dürfte sich dann um mehrere Millionen Euro erhöhen.

Seit dem vergangenem Jahr wird das Mainfrankentheater renoviert; es wird um einen neuen Saal erweitert und saniert. Bis zur Wiedereröffnung 2022 sollen die Beiträge der Staatsregierung sukzessive auf das Niveau der kommunalen Zuschüsse steigen. Neben dem finanziellen Plus sei es auch eine "großartige Perspektive hinsichtlich der Ausstrahlungswirkung des Theaters in der Region Mainfranken", sagt OB Schuchardt. Mit dem zusätzlichen Geld soll das Schauspielhaus einen Schwerpunkt bekommen, der Publikum über die Region Würzburg hinaus anzieht. Schon jetzt kämen auch Tauberfranken aus Baden-Württemberg und Besucher aus dem Spessart zu den Vorstellungen.

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Neben drei Spielstätten in München und den Theatern in Augsburg und Nürnberg bekommt Würzburg das sechste Staatstheater in Bayern. Intendant Markus Trabusch war ebenfalls überrascht, als Schuchardt am Sonntag die Fortschritte verkündete. Schon Jahre zuvor war spekuliert worden, ob und wann Würzburg ein Staatstheater bekommt. Im vergangenen Jahr hat Ministerpräsident Markus Söder den Würzburgern neue Hoffnungen gemacht.

Intendant Markus Trabusch ist froh über den zusätzlichen Spielraum: "Im Augenblick sind wir finanziell schon sehr stark eingeschränkt, das wird dann deutlich leichter", sagt der gebürtige Trierer. In der vergangenen Spielzeit verursachte das Mainfrankentheater nach Abzug der Ticketverkäufe Kosten von 15 Millionen Euro, die von der Stadt und zu 5,5 Millionen vom Freistaat übernommen wurden. Künftig soll der Zuschuss aus München auf die Höhe der städtischen Summe anwachsen und so das Gesamtbudget erhöhen.

Da die Verhandlungen zwischen Stadt und Freistaat noch nicht abgeschlossen sind, will Intendant Trabusch nicht laut überlegen, wofür er das zusätzliche Geld einsetzen will. "Wir können ja nicht das Fell des Bären verteilen, solange er noch nicht erlegt ist", sagt er. Doch er sei sich sicher, dass eine Qualitätssteigerung mit dem neuen Status möglich und erwünscht ist. Er wolle "ganz behutsam" schauen, welcher Weg für das Mainfrankentheater am sinnvollsten ist.

Auch innerhalb der Schauspielszene dürfte das Würzburger Theater künftig anders wahrgenommen werden. Es wird Intendant Trabusch leichter fallen, hochrangige Regisseure und Schauspieler zu engagieren. Zunächst muss sich das Ensemble aber noch mit Interimsspielstätten arrangieren. Am vergangenen Sonntag wurde der Grundstein für das neue, kleine Haus, mit 330 Zuschauerplätzen, gelegt. Sobald der Anbau steht, wird das alte Hauptgebäude saniert. Um den Spielbetrieb während der Bauarbeiten aufrecht zu erhalten, wurde OB Schuchardt zufolge zusätzlich eine Industriehalle angemietet. Zur Spielzeit 2022/2023 sollen beide Häuser als bayerisches Staatstheater wieder bespielbar sein

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