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Polizei in Bayern:Gehisste israelische Flagge vor Landratsamt in Würzburg beschädigt

Mit der Fahne wollte man die Verbundenheit mit Israel zum Ausdruck bringen, so der Landrat. In der Nacht zu Donnerstag rissen Unbekannte diese jedoch vom Mast.

Eine vor dem Landratsamt in Würzburg gehisste israelische Flagge ist in der Nacht zu Donnerstag von Unbekannten stark beschädigt worden. Wie die Polizei berichtete, wurde die Fahne zuvor vom Mast gerissen. Sie sei erst am Mittwoch gehisst worden. Damit wollte die Kreisverwaltung nach eigenen Angaben an die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 12. Mai 1965 erinnern. Der Landkreis Würzburg pflegt seit 1997 eine offizielle Partnerschaft mit dem Landkreis Mateh Yehuda in Israel.

Seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April hatte sich der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zugespitzt. Seit Tagen beschießen militante Palästinenser im Gazastreifen Israel mit Raketen. Israels Armee reagiert darauf mit Angriffen auf Ziele im Gazastreifen, vor allem durch die Luftwaffe. Inzwischen sind es die heftigsten Auseinandersetzungen seit mehreren Jahren in dem Land.

Die Flagge in Würzburg sollte eigentlich bis zum 14. Mai hängen bleiben - dem Tag der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. "Wir zeigen mit der Fahnenhissung unsere Verbundenheit mit unseren Partnern in Israel", hatte Landrat Thomas Eberth (CSU) beim Hissen der Flagge erklärt.

Auch in weiteren deutschen Städten kam es zu Vorfällen: In Berlin meldete der Sicherheitsdienst der CDU-Bundesgeschäftsstelle den Diebstahl einer vor dem Gebäude gehissten Flagge. Im Berliner Stadtbezirk Pankow versuchten Unbekannte, eine am dortigen Rathaus gehisste israelische Flagge zu beschädigen. Eine vor dem Solinger Rathaus gehisste israelische Flagge wurde in der Nacht zum Donnerstag von Unbekannten angezündet. Vor zwei Synagogen in Bonn und Münster sind bereits am Dienstagabend israelische Flaggen verbrannt worden.

Die CSU im Bundestag hat am Mittwoch eine harte Bestrafung der Täter verlangt. "Wer die Israel-Flagge vor einer Synagoge verbrennt, sollte sich nicht nur für seinen blinden Hass schämen, sondern auch zu der dafür vorgesehenen Höchststrafe von zwei Jahren Gefängnis verurteilt werden", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU im Bundestag, Stefan Müller. Genau für solche "schändlichen Fälle" sei im vergangenen Jahr der Paragraf 104 des Strafgesetzbuches verschärft worden.

© SZ/dpa/mmo
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