Korruptionsaffäre in Regensburg Dritte Anklage gegen Wolbergs

Immer wieder muss sich Joachim Wolbergs (SPD), suspendierter Regensburger Oberbürgermeister, vor Gericht verantworten.

(Foto: dpa)
  • Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat erneut Anklage gegen den suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) erhoben.
  • Auch diesmal soll es um Parteispenden gehen und um Bauprojekte, die mit den Spenden in Verbindung stehen könnten.
  • Wolbergs weist in einer Videobotschaft alle Vorwürfe zurück.
Von Andreas Glas, Regensburg

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat erneut Anklage gegen den suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) erhoben. Das hat er am Freitag selbst in einer Videobotschaft auf Facebook bekannt gegeben. In der Korruptionsaffäre sieht sich Wolbergs nun bereits mit der dritten Anklage konfrontiert. Auch diesmal soll es um Parteispenden gehen und um Bauprojekte, die mit den Spenden in Verbindung stehen könnten. Es handle sich um Projekte der Firma Schmack Immobilien, sagt Wolbergs auf Facebook. Man werfe ihm Vorteilsannahme in drei Fällen vor. Während die Staatsanwaltschaft die Anklage am Freitag nicht bestätigen wollte, wies der OB die Vorwürfe zurück. Diese seien "an Abenteuerlichkeit kaum zu überbieten", sagte Wolbergs.

Die erste Anklage gegen den SPD-Politiker wird bereits seit Ende September 2018 vor dem Regensburger Landgericht verhandelt. Mitangeklagt sind der Bauunternehmer Volker Tretzel, der Ex-Mitgeschäftsführer der Firma Tretzel und der frühere SPD-Rathausfraktionschef Norbert Hartl. Die zweite Anklage hatte die Staatsanwaltschaft im Oktober 2018 gegen Wolbergs erhoben. Über die Zulassung muss das Gericht noch entscheiden. In dieser Sache hat ein Bauunternehmer bereits einen Strafbefehl wegen Bestechung des OB akzeptiert.

In seiner Videobotschaft spricht Wolbergs auch über sein Verhalten im Gerichtssaal. Schon mehrfach hatte sich die Staatsanwaltschaft über den Umgangston des OB beklagt. Jüngstes Beispiel: Am Donnerstag nannte er einen der Staatsanwälte "Obergschaftler". Dies sei "noch ein liebevoller Ausdruck", sagt Wolbergs nun auf Facebook, "da hätte man eigentlich ganz andere Dinge sagen müssen". Schließlich werfe ihm die Behörde "völlig willkürlich" vor, bestechlich zu sein und zu lügen. Er sehe sich als "Vorbild" für Kinder und Jugendliche, "dass man sich nicht alles gefallen lässt".

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