Schätzung der DiakonieIm reichen Bayern: Fast 60 000 Menschen sind wohnungslos

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Wohnungslosigkeit kennt viele Facetten. Im schlimmsten Fall landen Menschen tatsächlich auf der Straße.
Wohnungslosigkeit kennt viele Facetten. Im schlimmsten Fall landen Menschen tatsächlich auf der Straße. Marijan Murat/dpa

Die Diakonie geht davon aus, dass sich in Bayern mehr Leute als gemeinhin angenommen kein eigenes Dach über dem Kopf leisten können. Und so leicht lasse sich das Problem auch nicht beheben – jedenfalls nicht mit sozialem Wohnungsbau alleine.

Nach Einschätzung der Diakonie sind in Bayern rund 58 000 Menschen wohnungslos. Aber mehr sozialer Wohnungsbau alleine werde nicht ausreichen, um den Betroffenen zu helfen, sagte Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. „Wir brauchen einen verbesserten Zugang zu Wohnraum für wohnungslose Menschen – gerade auch im Bestand“, etwa durch die Umnutzung leer stehender Gebäude. „Zudem müssen Menschen besser vor zu hohen Mieten und somit vor einem Verlust ihrer Wohnung geschützt werden“, forderte Schuch.

Ein weiteres Problem: Gerade in ländlichen Gebieten sei das Netz an präventiven Beratungsangeboten, um Wohnungslosigkeit zu verhindern, löchrig. „Auch dort sollten zentrale Fachstellen geschaffen werden, die bei drohender und akuter Wohnungslosigkeit beraten.“ Schuch besucht derzeit in Bayern verschiedene Einrichtungen der Diakonie.

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Unter den geschätzten 58 000 Wohnungslosen in Bayern fasst die Diakonie Menschen zusammen, die wegen einer fehlenden eigenen Wohnung in einer Einrichtung untergekommen sind, die auf der Straße leben – oder die verdeckt wohnungslos sind, also bei Freunden oder Verwandten unterkommen, weil sie keine eigene Wohnung haben.

Der Freistaat gilt als eines der wirtschaftlich stärksten Bundesländer. Schuch sagte jedoch: „Ein starkes Wirtschaftswachstum alleine reicht nicht aus, um Armut zu überwinden – es braucht gezielte sozialpolitische Maßnahmen und Investitionen in Bildung und Betreuung.“ Einkommensschwache Familien zum Beispiel würden mit unübersichtlichen und teils widersprüchlichen Leistungsansprüchen konfrontiert. Darum würden viele Leistungen gar nicht in Anspruch genommen. „Die Diakonie schlägt vor: ein Antrag – ein Antragsverfahren – ein Bescheid.“

Das Diakonische Werk, der Sozialverband der evangelischen Kirche, betreibt in Bayern nach eigenen Angaben etwa 3200 Einrichtungen und hat mehr als 101 500 Mitarbeitende und rund 28 000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

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