Wohnen in Regensburg:Kampf um die Studentenbuden

Regensburg: Campus UNIVERSITÄT

Wenn sich mehr als 6000 junge Leute auf die Suche nach einer Studentenbude machen, dann ist Konkurrenzkampf programmiert.

(Foto: Johannes Simon)

Die Studentenstadt Regensburg gilt auch als Singlehauptstadt. Das wirkt sich auch auf die Mietpreise auf.

Von Andreas Glas

Seit ein paar Jahren listet eine Online-Partnerbörse Regensburg als Deutschlands Single-Hauptstadt. Insgesamt 70 000 Menschen leben in Regensburg alleine - bei rund 140 000 Einwohnern etwa jeder zweite. Die Wahrheit ist: Die Stadt hat vor allem deshalb mehr Single-Haushalte, weil der Anteil der Studenten an der Gesamteinwohnerzahl höher ist als anderswo. Entsprechend umkämpft ist der Wohnungsmarkt.

So schön die Regensburger Altstadt also ist - wer dort eine Wohnung finden möchte, braucht viel Geduld, noch mehr Glück und ein gewisses Budget. Erste Hürde: die große Konkurrenz, vor allem zu Beginn des Wintersemesters. Im vergangenen Jahr haben sich an der Universität fast 4000 neue Studenten eingeschrieben, dazu kamen 2200 Erstsemester an der benachbarten Technischen Hochschule.

Wenn sich also mehr als 6000 junge Leute auf die Suche nach einer Studentenbude machen, dann ist Konkurrenzkampf programmiert. Zweite Hürde: der Mietpreis. Eine eigene Wohnung in der Altstadt dürfte für manche Studenten gar nicht bezahlbar sein, selbst ein WG-Zimmer kostet dort rund 500 Euro pro Monat.

Nur in München und Erlangen ist der Markt schlimmer

Mag die Stadt vor ein paar Jahren noch ein Tipp gewesen sein für diejenigen, die München zu teuer finden, ist das Mitpreisniveau inzwischen auch in Regensburg hoch. Dort "hat sich die Lage spürbar verschärft: Anspannungsfaktor und Mietniveau sind gestiegen", heißt es im bundesweiten Ranking aller 87 deutschen Hochschulstädte, bei dem Regensburg auf dem 21. Platz landet. In Bayern ist es nur in München (1. Platz) und Erlangen (20. Platz) schwieriger, eine bezahlbare Wohnung oder ein WG-Zimmer zu finden.

Besser stehen die Chancen für Studienanfänger, die sich vorstellen können, außerhalb der historischen Altstadt zu wohnen. Dort liegen die Kosten für ein WG-Zimmer oft 100 Euro unter den Altstadt-Mieten. Das ist auf jeden Fall eine Alternative, denn mit dem Bus oder mit dem Radl sind Universität und Altstadt von fast allen Stadtteilen aus gut und schnell zu erreichen.

Und wer erst einmal eine Bleibe in Regensburg gefunden hat, der kann entspannt abwarten, ob sich im Laufe des Studiums vielleicht doch noch eine Chance auf eine Altstadt-Wohnung auftut. Denn häufig gehen die WG-Zimmer über Mundpropaganda weg - und je mehr Kommilitonen man während des Studiums kennenlernt, desto eher bekommt man mit, wenn irgendwo eine schönere Wohnung oder ein preisgünstigeres Zimmer frei wird.

Auch in den Studentenwohnheimen gibt es mehr Bewerbungen als freie Zimmer. Einen Versuch ist es natürlich trotzdem wert, zumal die Mieten mit 150 bis 300 Euro im Monat relativ niedrig sind.

© SZ vom 02.06.2016/bica
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