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Wirtschaftsministerium:Mobilfunkempfang weiter ungenügend

Die Mobilfunkabdeckung entlang der wichtigsten bayerischen Verkehrswege ist trotz aller Bemühungen weiter mangelhaft. Das geht aus Messungen hervor, die das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in München vorstellte. "Kein Mobilfunkanbieter erfüllt bislang die Auflagen der Bundesnetzagentur vollständig", sagte Minister Hubert Aiwanger (FW). "Die Versorgung entlang der ICE-Strecken ist ungenügend." Demnach deckt die Deutsche Telekom 90 Prozent dieser Fernverkehrsstrecken mit LTE ab. Vodafone kommt auf 84 Prozent, Telefónica (O2) auf 74 Prozent. Große Mobilfunklöcher zeigen alle Netze unter anderem zwischen München und Rosenheim, Nürnberg und Regensburg sowie rund um Würzburg. Auch die Netzabdeckung entlang der Autobahnen ist ausbaufähig. Hierzu wurde gemessen, inwiefern Anrufe über die Standards 2 G, 3 G (UMTS) und 4 G (LTE) im Auto empfangbar waren. Die Telekom erreichte eine Abdeckung von 86 Prozent, Telefónica von 72 Prozent und Vodafone von 68 Prozent.

Erst am Montag hatten die drei großen Mobilfunkanbieter bekannt gegeben, ihre Ausbaubemühungen zu verstärken: Sie wollen gemeinsam bis zu 6000 neue Mobilfunkstandorte in Deutschland aufbauen. Denn bei der Versteigerung der LTE-Frequenzen im Jahr 2015 waren sie von der Bundesnetzagentur unter anderem dazu verpflichtet worden, alle Autobahnen und ICE-Strecken vollständig zu versorgen. Die Frist läuft zum 1. Januar 2020 ab. Nimmt man nun die neuen Messergebnisse als Maßstab, dürfte es für die Anbieter schwer werden, rechtzeitig alle Funklöcher zu stopfen; auf sie kämen damit theoretisch Vertragsstrafen zu. Praktisch ist eine Bewertung schwierig. So hatte eine frühere Messung des Wirtschaftsministeriums deutlich bessere Empfangswerte entlang der Autobahn ermittelt. Die Telekom erreichte dabei gar einen Wert von 98 Prozent. Damals war allerdings außerhalb des Fahrzeugs gemessen worden, nicht darin. Offenbar blockt die Karosserie erheblich. Für Empfang während einer Bahnfahrt ist wiederum wichtig, dass die Züge mit modernen, aber teuren Verstärkern ausgerüstet sind. Nur diese kommen mit schnellen Funkzellenwechseln klar. 100 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn bislang in die Technik investiert, doch viele alte Züge fahren noch ohne Verstärker.