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Wirtschaft:Weiterer Jobabbau bei Metallindustrie

Die Stimmung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat sich aufgehellt, bleibt aber negativ. Die Industrie komme "nicht aus der Rezession, der Beschäftigungsrückgang setzt sich fort und der Erholungsprozess wird lange dauern", sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Bayme und VBM, Bertram Brossardt, am Dienstag. Allein für das laufende Jahr gehe man davon aus, dass die Zahl der Arbeitsplätze in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie um mehr 30 000 auf 838 000 sinkt. Für 2021 werde - vorsichtig gerechnet - der Verlust weiterer 20 000 Jobs erwartet. Und viele davon würden in dieser Form auch nicht wiederkommen. Die Pandemie ist dabei Brossardt zufolge nicht der einzige Grund für den Jobabbau, habe ihn aber beschleunigt. "Unsere Industrie befand sich schon vor Corona in der Rezession", betonte er.

Auch die Kurzarbeit ist in der Industrie noch sehr präsent. Der Ende November, Anfang Dezember durchgeführten Umfrage zur Lage der Branche zufolge gab es zu diesem Zeitpunkt noch in 47 Prozent der Betriebe Kurzarbeit. Insgesamt sei gut jeder fünfte Beschäftigte in der Branche betroffen. Die Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie hat sich seit der letzten Umfrage im Sommer deutlich verbessert. Vor allem die aktuelle Geschäftslage wird besser bewertet, allerdings sagen immer noch 29,4 Prozent, das Inlandsgeschäft sei schlecht, während es nur 20,6 Prozent als gut bezeichnen. Die Erwartungen sind positiv: 42,6 Prozent erwarten eine Verbesserung, nur 4,8 Prozent eine Verschlechterung.

© SZ vom 16.12.2020 / dpa
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