Wirtschaft:Risikofaktor Pandemie

Studie untersucht Gefahren für Firmen und zeigt Auswege

Von Maximilian Gerl

Seuchen, Hackerangriffe, Personalnot: Laut einer Umfrage sehen 42 Prozent der bayerischen Industrieunternehmen "gegenwärtige und kommende Pandemien" als größtes Risiko. 27 Prozent der befragten Firmen fürchten zudem Cyberkriminalität, 23 Prozent Finanzmarktkrisen - und 22 Prozent Engpässe bei der Gewinnung neuer Fachkräfte. Die Studie wurde im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. "Seit März 2020 haben wir erlebt, wie schnell globale Krisen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durchschlagen", teilte VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Montag mit. Dabei seien "Störungen in Lieferketten hoch problematisch".

Tatsächlich hat die Corona-Krise gezeigt, wie abhängig die Wirtschaft im Freistaat von funktionierenden Lieferketten ist. Viele Branchen sind arbeitsteilig und international orientiert, Prozesse und Lieferungen normalerweise gut getaktet. Doch zuletzt drohte diese Maschinerie häufig durcheinander zu geraten. Gleichzeitig ist der Risikofaktor Pandemie für die meisten Unternehmen neu. So nannten bei der Studie im Vorjahr noch zwei Drittel der befragten Firmen den Fachkräftemangel als größte Gefahr. Danach folgten mit je 32 Prozent eine nachlassende Inlandsnachfrage sowie steigende Arbeitskosten.

Was Firmen unternehmen können, um sich gegen solche und andere Risiken abzusichern, beleuchtet die Studie ebenfalls. Allerdings ist eine Risikominimierung in der Regel mit Kosten verbunden. Engpässe in der Produktion etwa lassen sich durch die Schaffung zusätzlicher Lagerkapazitäten begegnen - oder indem Unternehmen für bestimmte Zuliefererteile eine eigene Fertigung aufbauen. Ohnehin müsse als erstes "im eigenen Unternehmen" angesetzt werden, heißt es in der Studie, um "selbst verschuldete Gefahren" zu vermeiden. Dazu gehörten zum Beispiel auch Mängel bei der internen IT-Sicherheit: Diese könnten ebenfalls ganz ohne Cyberattacken zur "Instabilität des eigenen Datennetzwerks führen".

© SZ vom 29.06.2021
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