Wirtschaft:Bayern im Aufschwung

Manche Branchen erholen sich vom Corona-Schock

Von Maximilian Gerl, Fürth

Die Wirtschaft in Bayern hat sich bislang schneller von den Folgen der Corona-Pandemie erholt als in anderen Bundesländern - zumindest in einigen Branchen. Insgesamt verzeichne man einen "Erholungskurs", teilte das Landesamt für Statistik am Freitag mit. Als Grundlage dieser Einschätzung dienen die vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder". Demnach stieg das bayerische Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2021 preisbereinigt um 3,7 Prozent, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das Plus im Bundesschnitt beträgt 2,9 Prozent. Allerdings war der Einbruch vergangenes Jahr durch die Corona-Pandemie auch besonders groß.

Getragen wird der Aufschwung hierzulande unter anderem von der Industrie. Sie meldet seit Monaten gute Auslandsgeschäfte. Nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums zogen im verarbeitenden Gewerbe die Umsätze im ersten Halbjahr um 14 Prozent an. Vor allem der Autobau hat mit einem Zuwachs von 31 Prozent profitiert. Dabei ist Materialknappheit für viele Industriebetriebe weiter Thema, fehlt es mitunter an Halbleitern, Metall oder anderen Fertigungsstoffen. Auch in anderen Branchen wie etwa dem Handel hat sich die Stimmung zuletzt aufgehellt. Dort freut man sich schon aufs Weihnachtsgeschäft, die traditionell umsatzstärkste Zeit des Jahres. Anderswo bleibt die Lage dagegen oft schwierig. So meldete zuletzt das Gastgewerbe wieder steigende Umsätze; diese rangieren jedoch deutlich unter Vor-Corona-Niveau. Die Statistiker verzeichneten allein für Juli 2021 preisbereinigt ein Minus von mehr als 22 Prozent, verglichen mit dem Juli 2019. Und der Warenumschlag in der bayerischen Binnenschifffahrt sank sogar im Vergleich zum Corona-Jahr 2020: Fürs erste Halbjahr 2021 wurde zuletzt ein Rückgang von 14, 4 Prozent auf insgesamt 3,16 Millionen Tonnen Güter registriert.

Nicht nur in Bayern, auch in Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen stieg das Bruttoinlandsprodukt zuletzt überdurchschnittlich. Die Zahlen sind allerdings nur unter Vorbehalt zu genießen: Laut Statistischem Landesamt verfüge man noch nicht für alle Wirtschaftsbereiche über vollumfängliche Daten, weshalb "zu späteren Rechenständen Änderungen der Wachstumsraten" zu erwarten seien.

© SZ vom 25.09.2021
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