Wirbel um Walter Mixa Asylsuche im Bischofspalais

Nach seinem Rücktritt als Bischof von Augsburg kehrt Walter Mixa nun zurück: Er zieht ins Bischofspalais ein - und sorgt damit für Wirbel. Als ein "Akt der Anmaßung" werten das ranghohe Kirchenvertreter.

Der wegen Prügelvorwürfen zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa ist einem Zeitungsbericht zufolge überraschend in das Bistum zurückgekehrt und hat dort damit neuen Wirbel ausgelöst.

Walter Mixa als Militärbischof bei einem Besuch in der St.-Michaelis-Kirche im Militärübungsdorf Bonnland auf dem unterfränkischen Truppenübungsplatz Hammelburg vor drei Jahren. Damals war er noch Bischof in Augsburg - und rechtmäßiger Bewohner des dortigen Bischofspalais.

(Foto: dpa)

Mixa sei am Samstagabend wieder in seine Wohnung im Augsburger Bischofspalais gegenüber dem Dom gezogen, berichtete die Augsburger Allgemeine. Sein Augsburger Rechtsanwalt sagte der Zeitung, wie lange der frühere Bischof bleiben werde, sei seine Entscheidung. "Er wohnt nach wie vor hier, zelten kann er nicht."

Ein hochrangiger Bistumsvertreter sagte der Zeitung jedoch, Mixas Rückkehr sei in Kirchenkreisen der Stadt als ein "Akt der Anmaßung" empfunden worden. Mixa habe als zurückgetretener Bischof kein Hausrecht mehr und müsse sich zuvor eine Erlaubnis der Diözese einholen. Es sei unklar, ob dies erfolgt sei. "Er wäre besser im benachbarten Ausland geblieben", sagte ein ranghoher Geistlicher der Zeitung.

Das Bistum wies zudem Vorwürfe zurück, Mixa sei Opfer einer kircheninternen Intrige geworden. Die Behauptung, der Ex-Bischof sei zum Rücktritt gezwungen worden, "ist objektiv falsch", sagte der Augsburger Weihbischof Anton Losinger der Augsburger Allgemeinen. Vielmehr hätten die Mitglieder der Bistumsleitung Mixa mit dem Vertrauensverlust in der Diözese und dem Anstieg der Kirchenaustritte konfrontiert. Mixa habe entgegnet: "Wenn das so ist, müsste ich ja zurücktreten." Davon habe ihm niemand abgeraten, sagte Losinger.

Mixa hatte am 21. April nach Prügel- und Untreuevorwürfen bei Papst Benedikt XVI. um seine Entlassung gebeten, die offiziell am 8. Mai angenommen wurde. Vorermittlungen zu Missbrauchsvorwürfen hat die Staatsanwaltschaft eingestellt, die Prügelvorwürfe aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen bestehen weiter.

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