EnergiewendeNur jedes 25. deutsche Windrad steht in Bayern

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Auch am Ostufer des Starnberger Sees stehen Windräder.
Auch am Ostufer des Starnberger Sees stehen Windräder. Franz Xaver Fuchs
  • Bayern hinkt beim Windkraftausbau weiter hinterher: 2025 stand nur jedes 56. in Deutschland neu in Betrieb genommene Windrad im Freistaat.
  • Insgesamt gibt es in Bayern nur 1171 Windräder, womit bundesweit nur jedes 25. Windrad im Freistaat steht.
  • Die Zahl der Genehmigungsanträge stieg von Januar bis November 2025 auf 774 - fast dreimal so viel wie im Gesamtjahr 2024.
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Der Freistaat hängt beim Ausbau der Windkraft weiter hinterher. Auch 2025 waren die meisten anderen Bundesländer hier fleißiger. Immerhin gibt es Anzeichen, dass die Zahl der Windräder bald stark steigen könnte.

Bayern hinkt beim Windkraftausbau weiter hinterher. 2025 stand nur jedes 56. in Deutschland neu in Betrieb genommene Windrad im Freistaat, wie aus Zahlen der Fachagentur Wind und Solar hervorgeht. Konkret sind vergangenes Jahr in Bayern 17 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 82,5 Megawatt neu gebaut worden.

Zum Vergleich: Bundesweit waren es 958 Anlagen mit 5,2 Gigawatt, alleine Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kommen jeweils auf mehr als 200 neue Anlagen und mehr als ein Gigawatt. Unter den Flächenländern liegen nur das Saarland, Sachsen und Thüringen hinter Bayern.

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Bundesweit hat sich der Zubau im vergangenen Jahr deutlich beschleunigt. Bezogen auf die hinzugekommene Leistung steht ein Plus von gut 58 Prozent. Bayern schneidet hier mit 65,4 Prozent zwar etwas besser ab – aber eben bei sehr niedrigem Ausgangsniveau. Im Freistaat zieht der Windkraftausbau erst seit einigen Jahren wieder langsam an, nachdem er wegen der unter Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) eingeführte, inzwischen aber wieder abgeschaffte, 10H-Regelung zum Abstand zur Wohnbebauung fast zum Erliegen gekommen war.

Auf längere Sicht könnten die Zahlen in Bayern noch deutlich stärker steigen. Dem Wirtschaftsministerium zufolge gab es von Januar bis November 2025 insgesamt 774 Anträge auf Genehmigung von Windrädern. Das ist fast dreimal so viel wie im Gesamtjahr 2024 und mehr als das Zwölffache des Wertes aus dem Jahr 2023. Erstmals wurde damit der alte Höchstwert von 400 aus dem Jahr 2013 übertroffen. Die Zahl der Genehmigungen stieg auf 171 in den ersten elf Monaten. Sie liegt damit allerdings noch unter dem alten Höchstwert von 244 für das Gesamtjahr 2014.

Laut Wirtschaftsministerium gibt es derzeit 264 genehmigte Anlagen mit einer Leistung von rund 1,67 Gigawatt, die noch nicht in Betrieb sind und weitere 812 beantragte aber noch nicht genehmigte Anlagen. Allerdings wird nicht jede genehmigte Anlage auch zwingend gebaut.

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Insgesamt gibt es in Bayern laut Fachagentur Wind und Solar 1171 Windräder mit installierter Leistung von 2,7 Gigawatt. Damit steht bundesweit nur jedes 25. Windrad im Freistaat, der zudem auch bei der Leistung die niedrigste Dichte unter allen Flächenländern aufweist. Pro Quadratkilometer sind es 39 Kilowatt. Nur im Stadtstaat Berlin ist der Wert mit 19 noch niedriger.

Gerade im Norden Deutschlands gibt es teils sehr viel höhere Werte: Im Spitzenreiter Schleswig-Holstein sind es 609 Kilowatt pro Quadratkilometer. Im Süden Deutschlands gelten die Bedingungen für Windkraft zwar als ungünstiger, Baden-Württemberg kommt allerdings mit 58 Kilowatt pro Quadratkilometer auf einen deutlich höheren Wert als Bayern.

Auch innerhalb Bayerns gibt es ein klares Nord-Süd-Gefälle. In Oberfranken finden sich laut Wirtschaftsministerium 287 Anlagen, in Unterfranken 280 und in Mittelfranken 250. Dahinter folgt die Oberpfalz mit 129. Oberbayern, das die mit Abstand größte Fläche aller Regierungsbezirke hat, liegt mit 106 Windrädern erst auf Rang fünf vor Schwaben mit 96 und Niederbayern mit 21.

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