Energiekrise:Auch Bayerns Heimatpfleger sind nun für mehr Windkraft

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Doch, es gibt sie: ein Windrad im unterfränkischen Sommerhausen. Selbst bislang kritische Initiativen fordern nun einen schnelleren Ausbau. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Lange war deren Haltung zu Windrädern äußerst kritisch. In einem neuen Positionspapier revidiert der Landesverein für Heimatpflege aber seine Meinung. Und pocht auf weitere Maßnahmen.

Der Landesverein für Heimatpflege hat seine in den vergangenen Jahren äußerst kritische Haltung zur Windenergie im Bayern in aller Form revidiert und ist dabei auch von der jahrelang geforderten 10-H-Regelung für neue Windräder abgerückt. Diesen schon seit einiger Zeit angedeuteten Wandel hat der Landesverein nun in seinem neuen Positionspapier zum Ausbau der erneuerbaren Energien fixiert, das er in dieser Woche veröffentlicht hat. Man spreche sich damit "für einen Umbau der Energieerzeugung aus, der klaren Regeln folgt", sagt der Vereinsvorsitzende und CSU-Politiker Olaf Heinrich, der auch Bürgermeister der Stadt Freyung und Präsident des niederbayerischen Bezirkstags ist. Die Festlegung starrer Flächenvorgaben für die Windenergie, wie sie die Bundesregierung plant, sei aber "weder sinnvoll noch sachgerecht".

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Der Landesverein spricht sich in seinem Positionspapier für den Ausbau der erneuerbaren Energien aus, auch wenn dieser die seit Jahrzehnten laufenden Veränderungsprozesse in Bayern "weiter beschleunigen und das Erscheinungsbild der Umwelt tiefgreifend verändern wird". Als Heimatpfleger stelle man sich keineswegs grundsätzlich gegen notwendige Veränderungen und Anpassungen. Allerdings gelte es, für die einzelnen Energieformen die jeweils besten Standorte zu finden und kulturelle Belange so weit wie möglich zu berücksichtigen, heißt es dazu in einer Mitteilung des Landesvereins vom Mittwoch. Für Windenergieanlagen brauche es eine flexiblere Genehmigungsplanung und für alle Regionen Bayerns "eine Landes- und Regionalplanung, die beim Ausbau erneuerbarer Energien sachgerecht und nachvollziehbar Flächenpotenziale analysiert".

Zugleich vertreten die organisierten Heimatpfleger nachdrücklich die Einschätzung, "in der Energiewende wird immer noch viel zu wenig über Energieeffizienz und Energieersparnis geredet". Ein wichtiges Instrument dabei ist nach Ansicht des gegründeten 1902 Vereins das Erhalten vorhandener Bausubstanz. "Deutlich mehr als die Hälfte des Abfallaufkommens besteht immer noch aus Bauschutt", erläutert Heinrich. "Wenn wir die Emissionen von Treibhausgas mindern wollen, müssen wir anders bauen: umbauen statt abreißen und neu bauen."

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