Mehlmeisel Tonnenweise Snacks für Hirsch, Reh & Co.

Die Ausbeute der Sammelaktion ist überwältigend.

(Foto: Wildpark Mehlmeisel)

22 000 Kilogramm Kastanien und Eicheln haben Wildparkbesucher gesammelt - so viel, dass der Betreiber sogar noch Kraftfutter für die Tiere abgeben kann.

Von Claudia Henzler, Mehlmeisel

Damit hat Eckard Mickisch nicht gerechnet: Der Wildparkbetreiber hatte die Besucher des Wildparks im oberfränkischen Mehlmeisel dazu aufgerufen, Eicheln und Kastanien zu sammeln und bei ihm abzugeben. Für zehn Kilogramm Kastanien oder fünf Kilogramm Eicheln bekamen Kinder eine freie Eintrittskarte. Und die sammelten eifrig. Mehr als 22 000 Kilogramm sind zusammengekommen, ein beeindruckender Berg, den Mickisch und seine Mitarbeiter mit Salz haltbar machen und in den kommenden Monaten an ihre Tiere verfüttern werden. Die Waldfrüchte werden Wildschweinen, Hirschen und Rehen als Kraftfutter gereicht. Gerne als "Müsli", also gehäckselt und mit Apfel vermischt.

Ganze Schulklassen haben ihren Wandertag zum Kastaniensuchen genutzt und sich damit Karten für den nächsten Schulausflug gesichert. Besonders gut kam die Aktion außerdem bei der älteren Generation an. Mickisch erzählt von Großeltern, die sich darüber freuten, dass sie plötzlich von ihren Enkeln angerufen und gefragt wurden, ob sie mit ihnen auf Kastanienjagd gehen würden.

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Aus Sicht des Wildparkchefs war die Aktion in mehrfacher Hinsicht ein Erfolg, denn neben den kalorienreichen Snacks für die Wildtiere hat sie dem Park einen Besucheransturm beschert. Etwa 6000 Menschen kamen im Oktober zu der Anlage im Fichtelgebirge und damit etwa 30 Prozent mehr als im September. Und weil die erwachsenen Begleiter der Kastaniensammler weiterhin Eintritt zahlten, dürfte sich das finanziell durchaus gelohnt haben. Ein schöner Nebeneffekt, sagt Mickisch, hauptsächlich sei es ihm aber darum gegangen, die Kinder raus in die Natur zu schicken.

Mickisch ist Berufsfalkner und ein privater Unternehmer, der neben dem Wildpark in Mehlmeisel noch einen beim Baumwipfelpfad in Ebrach im Steigerwald und den Greifvogelpark in Wunsiedel betreibt. In Mehlmeisel führt er die Einrichtung im Auftrag der Gemeinde, die neben dem Wildpark eine Umweltbildungsstätte gebaut hat. Und deren Anliegen ist es ausdrücklich, Kinder für Wald und Natur zu begeistern. Der Weg zum Wildpark führt durch dieses sogenannte Waldhaus, in dem Besucher unter anderem ihre Fundstücke aus dem Wald unter einem Mikroskop untersuchen können. Waldhaus und Wildpark gibt es seit April 2014. Das Projekt wurde mit 1,2 Millionen Euro von der EU, dem Land Bayern und der Oberfrankenstiftung gefördert.

Die Sammelaktion hat der Wildpark heuer schon zum dritten Mal veranstaltet. In den Vorjahren wurden 3500 beziehungsweise 5200 Kilogramm abgegeben. Dass es in diesem Jahr so viel mehr wurden, liegt auch daran, dass Eichen und Rosskastanien heuer in vielen Gegenden Deutschlands besonders viele Früchte tragen. Fachleute sprechen von einem sogenannten Mastjahr, wie es nur alle paar Jahre zu erleben ist.

"Dass das so explodiert, damit habe ich nicht gerechnet", sagt Mickisch. Tatsächlich könne er nicht 22 000 Kilogramm dieser energiereichen Snacks verfüttern: "Es ist zu viel." Doch das sei kein Problem, es werde nichts weggeworfen, versichert er. Der Wildpark hat schon andere Zoos und Tierzüchter kontaktiert. Die können sich die edlen Waldfrüchte kostenlos abholen. Am Wochenende waren schon die ersten da.

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