Nach dem tödlichen Absturz eines 68 Jahre alten Bergsteigers auf dem Jubiläumsgrat an der Zugspitze geht die Alpinpolizei von einem Unfall aus. „Wir haben keine Hinweise auf Fremdverschulden oder eine Beteiligung Dritter“, sagte einer der ermittelnden Polizeibergführer. Es gebe zwar keine Zeugen, aber: „Wir gehen nach wie vor von einem alleinbeteiligten Absturz aus.“ Der Mann aus dem baden-württembergischen Landkreis Esslingen war im Laufe des Freitags auf der anspruchsvollen Grattour von Deutschlands höchstem Gipfel zur benachbarten Alpspitze verunglückt.
Angehörige meldeten den Mann am Samstagvormittag als vermisst, worauf die Polizei eine Suchaktion startete. Zunächst lokalisierte sie sein Auto, während das Handy nicht geortet werden konnte. Für die Alpinpolizisten ist eine solche Suche herausfordernd: „Ein Kilometer auf der Fläche ist nicht wie ein Kilometer am Berg oben“, erläuterte der Polizeibergführer. „Gerade bei einer Absuche ist es schwierig, weil wir unzählige Rinnen und Schuttbänder haben.“
Letztlich entdeckten zwei andere Bergsteiger den Körper des Mannes am Sonntag zwischen Biwakschachtel und Vollkarspitze etwa 50 Höhenmeter unterhalb des Grates. „Wir waren mit dem Hubschrauber unmittelbar in der Nähe, waren nur wenige Meter davon entfernt, als der Anruf der zwei Bergsteiger gekommen ist“, schilderte der Alpinpolizist. Ein Notarzt stellte daraufhin den Tod des Gesuchten fest.
Mann aus Oberbayern schwebt nach Sturz in Lebensgefahr
Auch im Bereich Garmisch-Partenkirchen kam es zu einem Bergunfall: Ein 68-Jähriger aus Oberbayern schwebt nach einem Sturz in Lebensgefahr. Der Mann aus dem Landkreis Weilheim-Schongau sei am Sonntag beim Aufstieg zum Graseck bei Garmisch-Partenkirchen abgestürzt, sagte eine Polizeisprecherin. Laut Bergwacht fiel der Mann etwa 20 Meter durch einen steilen Graben und wurde schwerstverletzt.
Die Erstversorgung des Mannes in dem unwegsamen, engen Gelände sei schwierig gewesen, teilte die Bergwacht Kochel mit. Wegen tief hängenden Nebels sei zudem nicht klar gewesen, ob der Verletzte per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden kann oder nicht. „Glücklicherweise riss die Nebeldecke im Moment des Anflugs auf“, hieß es vonseiten der Bergwacht.
Der Mann befinde sich nach wie vor im Krankenhaus und werde dort behandelt, sagte die Polizeisprecherin am Montag. Sein Zustand sei weiterhin kritisch. Die Alpine Einsatzgruppe der Polizei ermittle zur Ursache des Sturzes.


