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Bilanz:Helfer leisten 70 000 Einsatztage wegen Schneechaos

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Die Räumung der Bundesstraße 305 zwischen Seegatterl und Seehaus ist in vollem Gange.

(Foto: Staatliches Bauamt Traunstein)

Heftiger Schneefall und Sturm haben Anfang Januar den Süden Bayerns teils lahmgelegt. Der Katastrophenschutz soll nun ausgebaut werden.

Schnee, Schnee und nochmals Schnee: Vielerorts wie auf der Bundesstraße 305 bei Reit im Winkl haben Einsatzkräfte in den vergangenen Wochen geräumt und geschaufelt, um Wege, Bäume und Hausdächer freizubekommen. Heftiger Schneefall, Sturm und einsetzendes Tauwetter hatten in der ersten Januarhälfte das südliche Oberbayern, das Allgäu und den Bayerischen Wald teils lahmgelegt. Zeitweise fiel in einer Nacht bis zu einem Meter Neuschnee.

Nach einer ersten Schätzung des bayerischen Innenministeriums waren täglich bis zu 10 000 Helfer im Einsatz. Die Arbeit summiere sich in den stark gefährdeten Gebieten auf mehr als 70 000 Einsatztage. Minister Joachim Herrmann (CSU) dankte allen, die mit "Tatkraft Enormes für die Sicherheit der Bevölkerung geleistet" hätten. Der Katastrophenschutz werde angesichts der Bedrohungslagen ausgebaut.

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Wegen Räumarbeiten bleibt die B 305 zwischen Seegatterl und Seehaus im Landkreis Traunstein noch bis voraussichtlich 1. Februar gesperrt. Die meisten Einsätze sind hingegen beendet. Größere Schäden - wie etwa in Balderschwang im Allgäu, wo eine Lawine in ein Hotel abging - blieben zum Glück die Ausnahme. So meldet der Landkreis Miesbach nur ein eingestürztes Gebäude, einen Fahrradunterstand am Bahnhof Bayrischzell. Die Miesbacher Polizeiinspektionen verzeichnete 93 Verkehrsbehinderungen, drei eingeschneite Verkehrsteilnehmer, acht Verkehrsunfälle mit Personenschaden und 106 Verkehrsunfälle mit Sachschäden. Ähnlich sieht es in anderen Regionen aus. Allein in Berchtesgaden wurden laut Landratsamt mehr als 1550 Dächer geräumt; die Telefonzentrale nahm rund 3400 Anrufe von hilfesuchenden Bürgern entgegen.

Auch auf der Schiene hat sich die Lage normalisiert. Die Bayerische Oberlandbahn nahm am Dienstag den regulären Betrieb auf. Züge von und nach München fuhren damit wieder durch, Passagieren blieb das Umsteigen in Schaftlach und Holzkirchen erspart. Allerdings gebe es an manchen Fahrzeugen witterungsbedingte Schäden, hieß es in einer Mitteilung. Mit Einschränkungen müssen Reisende dagegen weiterhin Richtung Reutte in Tirol rechnen. Die Gleise sind ab Garmisch-Partenkirchen beziehungsweise ab Pfronten-Steinach gesperrt. Es fahren Ersatzbusse. Die DB Regio geht davon aus, dass die Sperrungen bis einschließlich Montag, 28. Januar, bestehen bleiben.

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