Der Montag bringt in vielen Teilen Bayerns gefrierenden Regen und Glatteis. Von Westen her ziehen laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) Niederschläge auf, die auf kalten Böden gefrieren. „Es ist mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen zu rechnen“, teilten die Fachleute mit. Wegen der Glatteisgefahr rief der DWD die zweithöchste Unwetterwarnstufe für den gesamten Freistaat aus.
Ab der Mittagszeit kann sich die Lage demnach im Westen entspannen. Im Osten des Freistaats bestehe jedoch Glatteisgefahr bis Dienstagvormittag.
Nach mehreren Unfällen auf glatter Fahrbahn musste am Nachmittag die Autobahn 6 in Fahrtrichtung Westen zwischen dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd und der Ausfahrt Langwasser gesperrt werden, weil dort ein Lastwagen in Brand geraten war. Eine Person kam bei dem Unfall ums Leben „Die Fahrbahn dort ist spiegelglatt“, hieß es am Montagnachmittag von der Polizei.
Gebietsweise können in Bayern ein bis drei Zentimeter Schnee fallen. In den Hochlagen der Alpen kommen zunehmend stürmische Böen bis 80 Kilometer pro Stunde auf. Von Oberfranken bis Niederbayern bleibt es frostig mit Temperaturen zwischen minus drei und null, sonst null bis sechs Grad.
In der Nacht zum Dienstag gibt es erneut Regen, vor allem in der Osthälfte könnte es glatt werden. Im Westen Bayerns und in Alpennähe vier bis null Grad, sonst null bis minus fünf Grad.
Am Untermain findet wegen der Glatteisgefahr kein Präsenzunterricht statt
Wegen der akuten Glatteisgefahr fällt an vielen Schulen am Untermain am Montag der Präsenzunterricht aus. „Vor dem Hintergrund der für heute geltenden amtlichen Unwetterwarnung vor Glatteis können die Straßenmeistereien die Schulwegsicherheit nicht gewährleisten“, teilten Kommunen auf der Webseite „Unterrichtsausfall.Bayern.de“ des Kultusministeriums mit.„Daher entfällt am 12. Januar 2026 der Präsenzunterricht in der Stadt und im gesamten Landkreis Aschaffenburg.“ Gleiches gelte für den Landkreis Miltenberg in Unterfranken. In Oberfranken endet der Präsenzunterricht heute um 13 Uhr. Es werde aber eine Notbetreuung geben, hieß es.
Kein Präsenzunterricht bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass der Unterricht ausfällt. Die Schulleitungen entscheiden eigenständig, ob der Unterricht etwa per Videokonferenz erfolgt oder Arbeitsblätter zu bearbeiten sind.
An den Airports werden Flüge gestrichen
Und auch an den Flughäfen in Bayern haben Airlines wetterbedingt zahlreiche Flüge gestrichen. „Aktuell liegen uns 15 Annullierungen bei 736 geplanten Flugbewegungen aufgrund der Wetterlage vor“, teilte ein Sprecher des Flughafens München mit. Am Airport Nürnberg waren für Montag 69 Starts und Landungen geplant – davon waren am Vormittag bereits 4 Flugbewegungen annulliert.
An den drei Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen sind täglich Hunderte Flugzeuge zu enteisen, wenn Schnee und Kälte dominieren. Zudem müssen Start- und Landebahnen, Vorfelder und Rollwege geräumt werden, um einen sicheren Flugbetrieb zu ermöglichen.
Allein die zwei Start- und Landebahnen, Vorfelder und Rollwege am Flughafen München umfassen rund 5,6 Millionen Quadratmeter. „Die Bahnen werden wechselseitig geräumt, sodass immer mindestens eine Bahn für den Flugbetrieb zur Verfügung steht“, erklärte der Flughafensprecher. „Alle Flugzeuge müssen vor dem Start aus Sicherheitsgründen enteist werden.“
In Nürnberg misst die Startbahn 2700 mal 45 Meter. Insgesamt seien dort rund 618 000 Quadratmeter Flugbetriebsflächen freizuhalten, teilte der Flughafen mit.
Die Deutsche Flugsicherung könnte zudem bei schlechter Sicht die Kapazitäten der Bahnen für Starts und Landungen reduzieren. Einschränkungen oder Verzögerungen an anderen Flughäfen könnten darüber hinaus auch Auswirkungen auf den Flughafen München haben. Passagiere sollten sich darauf einstellen.Am Frankfurter Flughafen etwa waren am Morgen angesichts von Schneefall und Glatteiswarnungen zahlreiche Flüge gestrichen worden.


