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Gesundheitspolitik:Bürger lehnen Zentralklinikum im Kreis Weilheim-Schongau ab

Bei einem Bürgerentscheid sprechen sich zwei Drittel für den Erhalt von zwei Krankenhäusern im Landkreis aus - gegen den Willen der Politik vor Ort und in München.

Die geplante Zusammenlegung zweier Krankenhäuser im Landkreis Weilheim-Schongau ist vorerst gestoppt. Bei einem Bürgerentscheid am Sonntag sprachen sich laut dem vorläufigen Ergebnis 67,2 Prozent der mehr als 52 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen ein geplantes Zentralklinikum aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 48 Prozent. Die beiden vom Landkreis getragenen Häuser in Weilheim und Schongau sollten nach dem Willen der Verantwortlichen geschlossen und zu einem neuen Krankenhaus fusioniert werden. Das Aktionsbündnis "Pro Krankenhaus Schongau" hatte sich jedoch gegen die Entscheidung gestellt und einen Bürgerentscheid zu der Frage erkämpft. Die Ablehnung der Pläne fiel am Sonntag deutlich aus. Die weiteren Planungen für eine Zusammenlegung müssen nun für ein Jahr ruhen.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) teilte nach einer Aufsichtsratssitzung am Montag mit, den demokratischen Willen zu respektieren. "Das Ergebnis ist dennoch eine große Enttäuschung für uns und erfüllt uns mit großer Sorge um eine nachhaltig sichere Gesundheitsversorgung im Landkreis."

Kleine Krankenhäuser kämpfen schon heute mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und könnten es in Zukunft noch schwerer haben - das Zentralklinikum sollte ein Weg sein, sich auf diese Herausforderungen einzustellen. Jochner-Weiß betonte, dass Probleme wie der wachsende Personalmangel und hohe Kosten weiterhin nicht gelöst seien. Sie deutete an, dass die Zukunft der beiden Krankenhäuser trotz des eindeutigen Ergebnisses nicht gesichert sei. Man werde nun prüfen, welche Möglichkeiten es im Sinne des Bürgervotums gebe. "Das wird aber eine sehr schwierige Aufgabe und große Herausforderung", so die CSU-Politikerin.

Die Initiatoren des Entscheids jubelten hingegen und warnten die Verantwortlichen davor, die Pläne für das Zentralklinikum in einem Jahr einfach fortzuführen. Nach dieser Frist ist das Votum eines Bürgerentscheids nicht mehr bindend. Sie fürchten um eine wohnortnahe Versorgung, wenn es nur noch eine zentrale Klinik im Landkreis gäbe.

Die Entscheidung hat auch über Weilheim-Schongau hinaus eine Signalwirkung, schließlich gibt es in vielen Regionen kleine Kliniken, deren eigenständiger Betrieb immer schwieriger wird. Neben den Verantwortlichen vor Ort hatte deshalb auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) für die Fusion geworben. "Wir müssen den Bürger überzeugen", sagte er bei einer Veranstaltung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am Freitag. Auf die Frage, was passiere, wenn die Bürger das Zentralklinikum trotz aller Argumente ablehnten, hatte aber auch der Minister keine schlüssige Antwort.

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