Mallorca-Schlager„Weil is geil“: Gemeinde macht Ballermann-Hit zur Ortshymne

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Manni Manta, der „Partysänger mit dem Fuchsschwanz“, bei einem Auftritt im Megapark auf Mallorca.
Manni Manta, der „Partysänger mit dem Fuchsschwanz“, bei einem Auftritt im Megapark auf Mallorca. Daniel Scharinger/IMAGO

Der Partysänger Manni Manta steht für beatlastige Sauflieder – und in genau dieser Tradition ist eigentlich auch sein Mallorca-Hit „Weil is geil“ zu verstehen. In einer kleinen Gemeinde in Oberbayern hat man dazu jedoch eine andere Interpretation.

Glosse von Florian Zick, Weil

Vielleicht würde man bei ihm nicht unbedingt eine Hymne bestellen. Denn in Übereinstimmung mit seinen üblichen Kompositionen („Wer Radler trinkt, der wird verklagt / denn heute ist Absturz angesagt“) würde dabei vielleicht allenfalls die „Ode an die Trinkfreude“ oder die „Mallorcaise“ herauskommen.

Aber die Treue zum eigenen Genre kann man dem Ballermann-Barden Manni Manta nun wahrlich nicht zum Vorwurf machen. In diesem Fall muss man entschuldigend sogar einwerfen: Diese Hymne ist bei ihm gar nicht bestellt worden, die oberbayerische Gemeinde Weil hat sie vielmehr einfach für sich annektiert.

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Wem schon an dieser Stelle des Textes so schwindlig ist, als hätte er ein paar Mal zu oft am Sangria-Strohhalm gezogen, dem seien ein paar erläuternde Hinweise an die Hand gegeben: Der Partysänger Manni Manta ist auf Malle so etwas wie der aufgehende Stern am Megapark-Himmel. Einer seiner jüngsten Hits heißt „Weil is geil“.

Eigentlich ist der Spaßsong ein apologetischer Blick auf den gedankenlosen Müßiggang. In Weil im Bermuda-Dreieck zwischen München, Augsburg und Landsberg hatte man zu dem Titel allerdings eine ganz andere Assoziation. Denn als Lokalpatriot hört man aus den stampfenden Beats natürlich nichts anderes heraus als einen vollmundigen Lobpreis auf den eigenen Heimatort. In Weil jedenfalls läuft dieses Lied aktuell rauf und runter.

Die örtliche Landjugend träumt schon von einem Manni-Manta-Auftritt bei der im Ort berühmt-berüchtigten Gustlfete im nächsten Frühjahr. Der eigentlich heavy-metal-begeisterte Bürgermeister Christian Bolz hat für seine Social-Media-Premiere am Ortsschild ein Grußwort in Richtung Ballermann eingesprochen. Und als vor dem neuen Bürgerhaus kürzlich probeweise die Gemeindeflagge gehisst worden ist, lief im Hintergrund natürlich auch ... na, was schon, „Weil is geil“ natürlich.

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Anfang der Woche sind der Manni und „der Chrissi“ (eine Hymne verbindet, da duzt man sich schnell) nun sogar gemeinsam bei Instagram aufgetreten. Da bekam der Saarländer Manni Manta erklärt, wo die 4000-Einwohner-Gemeinde Weil eigentlich genau liegt („von Mallorca aus 1300 Kilometer rechts“), Bürgermeister Bolz lobte noch einmal den „sehr gschmeidigen“ Song. Und er gab sich hoffnungsvoll was seine Wiederwahl im kommenden März angeht („Mit der Hymne im Rücken sollte das ein Selbstläufer werden“).

Manni Manta seinerseits stellte in Aussicht, tatsächlich mal in Weil aufzutreten – alleine schon, um sein Vermächtnis sauber zu halten. Auch als Ballermann-Sänger muss man schließlich auf seine Glaubwürdigkeit achten. Und Weil ist geil, „das ist natürlich eine Behauptung, die ich erst einmal prüfen muss“.

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