Weiden:Tafel-Vorstand denkt über 2-G-Regel nach

Tafel Assling anlieferung

In der Pandemie hat sich die Arbeit in den Tafeln verändert.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Hilfe nur mit Impfung? Wenn das in Weiden umgesetzt wird, dürften nur noch Geimpfte und Genesene rein. Auch die Ehrenamtlichen haben eine klare Meinung.

Von Dietrich Mittler, Weiden

Die Corona-Pandemie setzt der Tafel für Bedürftige im oberpfälzischen Weiden gewaltig zu. Nicht allein, dass Großküchen, die die Tafel zu Beginn der Krise großzügig unterstützten, bislang noch nicht wieder in Betrieb gegangen sind. Die Vorstandschaft der Tafel steht jetzt zudem vor einer Entscheidung, die ihr nicht nur Beifall einbringen wird - wie auch immer diese in gut 14 Tagen ausfallen wird.

Josef Gebhardt, der Vorsitzende, plädiert dafür, dass Lebensmittel künftig nur noch an Geimpfte und Genesene ausgegeben werden. "Dazu stehe ich", sagte er auf Nachfrage. Ihm bleibe aber auch gar keine andere Wahl, da ihm verdiente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitgeteilt hätten: "Wir kommen nicht mehr, weil hier so viele Ungeimpfte unkontrolliert verkehren."

Auch etliche Kundinnen und Kunden, so betonte Gebhardt, hätten sich in diese Richtung geäußert. "Dabei handelt es sich hauptsächlich um alte oder gesundheitlich geschwächte Menschen, die auf unsere Leistungen angewiesen sind." Dieser Klientel ständen "einige wenige Kunden gegenüber, die Corona generell leugnen und eine Impfung ablehnen". Dabei handele es sich um jene, "die bei uns am meisten Krawall machen", sagt der Tafel-Vorsitzende. Fakt sei eben auch, "dass wir die Tafel zumachen müssen", sollten die Mitarbeiter, wie angekündigt, tatsächlich wegbrechen, wenn die 2-G-Regelung (geimpft oder genesen) nicht kommt.

Der Bundesverband Tafel Deutschland hat es den jeweiligen Verantwortlichen freigestellt, ob sie - wie im hessischen Marburg bereits vor einem Monat eingeführt - Ungeimpfte nicht mehr hereinlassen wollen. "Wir würden so etwas nicht machen", sagte Edeltraud Rager, die Leiterin der Nürnberger Tafel, "man kann hier doch niemanden ausgrenzen". In Nürnberg orientiere man sich weiterhin an den Vorgaben, die für den Einzelhandel gelten - und freilich werde auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen wie Maske, Desinfektion und Abstandsregeln geachtet. Ihr Team sei darin hinreichend geübt.

"Bislang dürfen bei uns noch alle ohne Kontrolle herein, wenn sie sich an die Corona-Schutzvorgaben halten", sagte Josef Gebhardt am Mittwoch in Weiden am Telefon. Mit einer 2-G-Lösung könne der Maskenzwang wegfallen, und darin sieht er einen Vorteil. Wer sich nicht impfen lasse, der oder die könne schließlich immer noch geimpfte oder genesene Stellvertreter zum Abholen der Lebensmittel schicken.

© SZ vom 16.09.2021/vewo
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